Snowflake Aktie: Umsatzprognose auf 36 Prozent erhöht
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 12:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Cloud-Spezialist Snowflake hat seine Erwartungen fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr signifikant nach oben korrigiert. Im Rahmen einer Branchenkonferenz in Nashville gab das Management bekannt, dass das jĂ€hrliche Umsatzwachstum nun bei 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegen soll.
Zuvor war Snowflake von einer Steigerung um 31 Prozent ausgegangen. Dieser Sprung um 500 Basispunkte resultiert maĂgeblich aus der schnellen Akzeptanz neuer Funktionen im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz (KI).
KI-Produkte treiben den Kernverbrauch
Laut CFO Brian Robins entfĂ€llt rund die HĂ€lfte der jĂŒngsten operativen ĂbererfĂŒllung auf dedizierte KI-Produkte. Insbesondere die Lösungen âCoCoâ und âCoWorkâ verzeichnen einen regen Zulauf. Den Angaben zufolge nutzen bereits etwa 9.100 Kundenkonten die CoCo-Plattform, wĂ€hrend CoWork mehr als 5.000 Nutzer zĂ€hlt. Ein entscheidender Faktor fĂŒr das GeschĂ€ftsmodell ist die Beobachtung, dass Kunden, die KI-Funktionen einsetzen, auch ihren Basisverbrauch auf der Snowflake-Plattform um durchschnittlich elf Prozent steigern.
Medienberichten zufolge sieht das Management ein adressierbares Marktpotenzial von rund 300 Milliarden US-Dollar innerhalb der nĂ€chsten fĂŒnf bis sechs Jahre. Um dieses Wachstum effizient zu gestalten, wurde die Dauer fĂŒr Kundenmigrationen von ursprĂŒnglich zehn bis elf Monaten auf rund sechs Monate verkĂŒrzt.
Zudem setzt das Unternehmen intern konsequent auf Automatisierung und maschinelles Lernen, um tĂ€gliche Kunden- und Produktprognosen zu erstellen und bisherige externe VertrĂ€ge fĂŒr Business Intelligence durch eigene Lösungen zu ersetzen.
Ziel der ProfitabilitÀt im Visier
Trotz der Investitionen in neue Technologien hĂ€lt Snowflake an dem Ziel fest, im vierten Quartal 2027 die ProfitabilitĂ€t nach Rechnungslegungsstandard GAAP zu erreichen. Dabei wurde der Personalaufbau im Vergleich zum Vorjahr deutlich verlangsamt. WĂ€hrend im vergangenen Jahr noch rund 940 neue Mitarbeiter eingestellt wurden, liegt die Zahl seit Jahresbeginn bei etwa 330 Stellen, wobei ein Fokus auf dem Bereich âObserveâ lag.
Diese Entwicklung stöĂt bei Analysten auf positive Resonanz. Die Experten der Scotiabank haben ihre Gewinnprognosen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 angehoben und rechnen nun mit einem verbesserten Ergebnis je Aktie von minus 1,32 US-Dollar, nachdem zuvor ein Verlust von 1,81 US-Dollar erwartet worden war. Das Analysehaus bekrĂ€ftigte seine EinschĂ€tzung mit âSector Outperformâ und nannte ein Kursziel von 440 US-Dollar.
Marktreaktion und langfristige Entwicklung
An der Börse wird die Entwicklung des Unternehmens mit Interesse verfolgt, auch wenn das Papier am heutigen Mittwoch mit 279,50 Euro leicht im Minus notiert. Seit Jahresbeginn konnte der Wert jedoch bereits um 47 Prozent zulegen und unterstreicht damit das Vertrauen der Anleger in die Wachstumsstrategie. Derzeit liegt der Kurs noch rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 330,00 Euro, das Anfang September erreicht wurde.
Das Unternehmen nutzt die aktuelle Dynamik zudem fĂŒr strategische Anpassungen in der Kapitalallokation. Nach dem Abschluss eines mehrjĂ€hrigen KapitalrĂŒckzahlungsprogramms liegt der Fokus nun verstĂ€rkt auf der Skalierung der KI-Infrastruktur. Durch die Ablösung interner Alt-VertrĂ€ge und die konsequente Nutzung der eigenen Daten-Cloud-Architektur sollen die Margen langfristig gestĂŒtzt werden, ohne das Tempo bei der Produktentwicklung zu drosseln.
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