Solana: Agave 4.2 senkt Speicherkosten um 90 Prozent
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 02:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Solana-Netzwerk markiert ein richtungsweisendes Wochenende mit einem massiven Technologie-Update und dem Eintritt eines Schwergewichts der traditionellen Finanzwelt. Während die Entwicklergruppe Anza die neue Version der Client-Software Agave veröffentlicht hat, startete die US-Großbank Morgan Stanley gestern den Handel ihres eigenen Solana-Anlageprodukts an der New Yorker Börse.
Agave 4.2 bringt drastische Kostensenkungen
Die Entwickler von Anza haben am 31. Juli die Version Agave 4.2 bereitgestellt, die tiefgreifende Verbesserungen für die Infrastruktur der Blockchain bereithält. Das Update zielt darauf ab, die Kosten für Nutzer und Entwickler massiv zu senken und die Kapazität des Netzwerks zu erhöhen. Eine der zentralen Neuerungen ist die Reduzierung der sogenannten Mietkosten für Speicherplatz auf der Blockchain um 90 Prozent. Der Wert sinkt von bisher .6.960 auf 696 Lamports pro Byte.
Zudem erhöht das Update die maximale Transaktionsgröße um das 3,3-Fache auf nun 4.096 Bytes. Dies ermöglicht komplexere Anwendungen direkt auf der Basisschicht. Gleichzeitig werden die sogenannten Slot-Zeiten – die Zeitspanne, in der ein Block produziert wird – von 400 Millisekunden auf 200 Millisekunden halbiert. Die Aktivierung dieser Funktionen im Hauptnetz ist für die Woche ab dem 17. August geplant. Um die Sicherheit des neuen Codes zu gewährleisten, hat Anza ein Bug-Bounty-Programm mit Prämien von bis zu 50.000 SOL ausgeschrieben.
Morgan Stanley startet Staking-Angebot an der NYSE Arca
Parallel zur technischen Entwicklung gewinnt Solana weiter an institutioneller Reife. Morgan Stanley hat gestern den „Morgan Stanley Solana Trust“ (MSOL) an der Börse NYSE Arca gestartet. Das Produkt zeichnet sich durch eine vergleichsweise niedrige jährliche Kostenquote von 0,14 Prozent aus. Ein besonderes Merkmal ist die Integration von Staking-Erträgen: Der Anbieter setzt Figment als Staking-Provider ein, um bis zu 100 Prozent der hinterlegten Bestände zu staken und die daraus resultierenden Belohnungen direkt an die Aktionäre weiterzugeben.
Dieser Schritt unterstreicht das wachsende Interesse großer Vermögensverwalter an Solana. Erst im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnete das Netzwerk laut Daten von Artemis mit 1,1 Billionen US-Dollar an wirtschaftlicher Aktivität einen neuen Rekordwert. Die institutionelle Adaption zeigt sich auch in Asien. So hat das Orakel-Netzwerk Pyth über 100 südkoreanische Aktien-Feeds, darunter Samsung Electronics und SK Hynix, auf die Solana-Blockchain gebracht.
Expansion in Südkorea und neue Sicherheitswarnungen
Die Solana Foundation treibt zudem ihre Präsenz im südkoreanischen Zahlungsmarkt voran. Es wurden Absichtserklärungen mit dem Zahlungsabwickler KSNET sowie der Toss Bank unterzeichnet, um die Nutzung von Solana Pay und grenzüberschreitende Überweisungen mittels Stablecoins zu testen. KSNET wickelt mit 330.000 angeschlossenen Händlern ein monatliches Volumen von rund 4 Milliarden US-Dollar ab.
Trotz der expansiven Nachrichtenlage mahnt die Solana Foundation zur Vorsicht im Bereich der Cybersicherheit. Der neue Sicherheitschef Michael Coates, der zuvor für Twitter und Mozilla tätig war, warnt vor einer neuen Welle von Betrugsversuchen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Deepfakes würden betrügerische Angriffe auf Nutzer immer überzeugender. Coates plädiert daher für mehrschichtige Sicherheitsmodelle und die Vorbereitung auf post-quantenkryptographische Verfahren.
Markt reagiert verhalten auf technische Meilensteine
An den Kryptomärkten spiegelt sich die hohe Schlagzahl der Nachrichten derzeit nur bedingt wider. Der Kurs notiert heute bei 71,86 USD, was einem leichten Plus von 0,56 % entspricht. Damit verbleibt die Notierung in einem deutlichen Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das bei 252,78 USD liegt und von dem der Wert aktuell 71,57 % entfernt ist.
Analysten beobachten die aktuellen Preisniveaus genau. Während EliZ darauf verweist, dass die Marke zwischen 74,30 und 75 USD zurückerobert werden muss, um den kurzfristigen Abwärtstrend zu brechen, warnt der erfahrene Händler Peter Brandt vor einem möglichen weiteren Kursrückgang um bis zu 50 Prozent, sollte die aktuelle Unterstützung nicht halten. Die nächsten 48 Stunden gelten im Handel als kritisch für die weitere Richtungsentscheidung.
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