SolarEdge Aktie: Fünf Häuser senken Ziele auf 24-75-Dollar-Spanne
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 16:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünf Analysehäuser haben binnen zwei Tagen ihre Kursziele für SolarEdge zusammengestrichen – und doch klaffen die Einschätzungen zur Aktie so weit auseinander wie selten. Während Goldman Sachs dem Papier mit „Sell“ kaum Erholungspotenzial zutraut, hält TD Cowen trotz kräftig gesenktem Kursziel an seiner Kaufempfehlung fest.
Hintergrund der Analystenwelle ist die Vorlage der Quartalszahlen vor gut einer Woche. SolarEdge übertraf mit einem Umsatz von 346,2 Millionen Dollar zwar die Erwartungen der Wall Street und kehrte erstmals seit dem zweiten Quartal 2023 in die operative Profitabilität auf Non-GAAP-Basis zurück. Die Prognose für das dritte Quartal fiel jedoch mit 310 bis 340 Millionen Dollar deutlich unter den Konsens von rund 368 bis 372 Millionen Dollar aus. Die Aktie büßte seither etwa 23,2 Prozent ein.
Fünf Häuser senken Ziele, die Spanne bleibt riesig
Goldman-Sachs-Analyst Brian Lee kappte sein Kursziel am Donnerstag von 34 auf 30 Dollar und beließ seine Einstufung bei „Sell“. Am Freitag folgten gleich vier weitere Häuser: RBC Capital senkte das Ziel von 30 auf 24 Dollar bei unveränderter „Sector Perform“-Einstufung, Barclays reduzierte von 53 auf 37 Dollar bei „Equal-Weight“, und Susquehanna strich das Ziel von 56 auf 38 Dollar zusammen, ebenfalls bei „Neutral“. Deutlich optimistischer bleibt TD Cowen: Analyst Jeff Osborne senkte sein Kursziel zwar von 85 auf 75 Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Insgesamt bewegen sich die neuen Kursziele damit zwischen 24 und 75 Dollar – eine Bandbreite, die die Unsicherheit über den weiteren Geschäftsverlauf widerspiegelt.
Das Unternehmen selbst begründet die schwächere Prognose mit saisonaler Zurückhaltung in Europa und anhaltender Schwäche im US-Wohnbaugeschäft. Dort bremsen langsamere Auszahlungen aus Steuervergünstigungen und Unsicherheit rund um die sogenannten FEOC-Regelungen die Kaufbereitschaft von Distributoren, was auch die Liquidität von Installateuren belastet.
Wachstum bei Gewerbekunden und neue Technologien
Abseits der schwachen Prognose verweist SolarEdge auf strukturelle Fortschritte. Im US-Markt für Gewerbe- und Industriedächer hält das Unternehmen inzwischen einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent, und Systeme des Herstellers sind auf den Dächern von über 60 Prozent der Fortune-100-Unternehmen installiert. Für die zweite Jahreshälfte plant SolarEdge den Volumen-Rollout seiner Nexis-Plattform in den USA, unterstützt durch Freigaben großer Finanzierungsplattformen. Parallel arbeitet das Unternehmen an einem solid-state-Transformatorsystem: Ein voll funktionsfähiges Labormodell soll bis Ende 2026 stehen, Pilotinstallationen sind für 2027 vorgesehen, Serienlieferungen an den Rechenzentrumsmarkt erst für 2028.
Charttechnik signalisiert überverkaufte Lage
Der massive Kursrückgang seit den Zahlen hat auch die technischen Indikatoren strapaziert. Der 14-Tage-RSI notiert bei 31,9 und deutet damit auf eine überverkaufte Aktie hin – ein Niveau, das historisch häufiger Gegenbewegungen vorausgeht, aber keine Garantie dafür bietet. Zum Handelsschluss am Freitag stand die Aktie bei 27,45 Euro. Die Spanne der neuen Analystenkursziele zwischen 24 und 75 Dollar zeigt, dass der Markt noch keine Einigkeit darüber gefunden hat, ob die operative Wende aus dem zweiten Quartal tragfähig ist oder ob die schwache Prognose für das dritte Quartal der Vorbote einer längeren Durststrecke bleibt.
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