SpaceX Aktie: 319 Millionen Aktien freigegeben
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX-Anleger positionieren sich neu: Vor der für heute anstehenden Freigabe von 319 Millionen Aktien aus der zweiten Tranche des gestaffelten Lockup-Zeitplans zogen viele Investoren gestern Kapital ab.
Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 119,66 Euro, ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Trader und institutionelle Halter reduzierten ihre Positionen offenbar bewusst vor dem Stichtag, um sich gegen den erwarteten zusätzlichen Verkaufsdruck abzusichern.
Bereits am 6. August war die erste Post-Lockup-Periode ausgelaufen: Damals wurden 911 Millionen Aktien liquide, etwa 7 Prozent der ausstehenden Anteile. Die nun folgende zweite Freigabe dürfte das Angebot an handelbaren Aktien erneut spürbar ausweiten – ein klassischer Belastungsfaktor für den Kurs, unabhängig von der operativen Entwicklung des Unternehmens.
Operatives Geschäft läuft auf Hochtouren
Während sich die Aktie mit der Lockup-Situation auseinandersetzen muss, meldet SpaceX auf der operativen Seite Rekorde. Am gestrigen Mittwoch erreichte das Unternehmen mit dem Start der Starlink-17-50-Mission von Vandenberg zum dritten Jahr in Folge die 100. Mission des laufenden Jahres – zugleich der 97. Falcon-9-Start des Jahres.
Bereits am 15. August hatte SpaceX mit zwei Starts binnen 38,5 Minuten einen neuen Rekord für die kürzeste Zeitspanne zwischen zwei Missionen aufgestellt, darunter ein Satellitenstart für Globalstar sowie ein Auftrag für die US Space Force.
Auch beim Starship-Programm zeichnet sich ein wichtiger Meilenstein ab: Für Ende August ist der erste orbitale Startversuch geplant, bei dem SpaceX erstmals Starlink-V3-Satelliten ausbringen will. Firmenchef Elon Musk hatte dies am 4. August im Rahmen der Quartalszahlen angekündigt. Geplant ist zudem der Versuch, die Oberstufe am Startort aufzufangen – vorbehaltlich behördlicher Genehmigung.
Starke Zahlen, aber hohe Investitionen belasten Ergebnis
Die am 4. August vorgelegten Quartalszahlen zeigen ein zwiespältiges Bild. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das margenstarke Starlink-Geschäft wuchs um 66 Prozent, die KI-Erlöse sogar um 247 Prozent.
Unterm Strich blieb SpaceX dennoch unprofitabel: Der Verlust belief sich auf 541 Millionen Dollar, nach einem Fehlbetrag von 4,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal.
Grund für die roten Zahlen sind massive Investitionen in KI-Infrastruktur. Im zweiten Quartal steckte das Unternehmen 18,4 Milliarden Dollar in Capital Expenditures – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 13 Milliarden Dollar. Musk zeigte sich bei der Vorlage der Zahlen dennoch zuversichtlich und rückte die eigene Umsatzprognose von einer Billion Dollar vom Jahr 2031 auf 2030 vor, mit einer "nicht null" Chance auf 2029.
Kurz nach den Zahlen, am 7. August, hatte das Analysehaus Argus seine Einstufung für SpaceX von Hold auf Buy angehoben und ein Kursziel von 160 Dollar ausgegeben. Trotz der höher als erwarteten Investitionen zeigte sich Argus von der schnellen Amortisierung der KI-Ausgaben angesichts des robusten Wachstums der Rechenkapazitäten überzeugt.
Übernahme erweitert das Portfolio
Zusätzliche Dynamik brachte der Abschluss der Übernahme von Cursor (Anysphere) am 14. August: SpaceX gab dafür 389.289.254 neue Class-A-Aktien aus, was einem Volumen von rund 60 Milliarden Dollar zum Deal-Preis entspricht. Die Transaktion vergrößert die Aktienbasis weiter – ein Faktor, der zusammen mit der Lockup-Freigabe zur aktuellen Vorsicht der Anleger beiträgt.
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