SpaceX Aktie: Goldman hÀlt dagegen
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rekordausgaben auf der einen Seite, ein Kurs nahe am Rekordtief auf der anderen: Bei SpaceX klaffen Wachstumsversprechen und Börsenreaktion an diesem Mittwoch weit auseinander. Und schon am Donnerstag droht mit dem Ablauf der ersten Lock-up-Frist der nÀchste Belastungstest.
Die Aktie brach am Mittwoch um 13,6 Prozent ein und rutschte bis auf rund 109 Dollar â nahe an das erst am Montag markierte Rekordtief von 104,83 Dollar heran. Bei ihrem BörsendebĂŒt Mitte Juni hatte SpaceX noch 75 Milliarden Dollar eingesammelt, der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar. Wenige Wochen spĂ€ter kletterte der Kurs auf ĂŒber 200 Dollar, inzwischen liegt er weit darunter.
Kapitalausgaben und Wachstumsversprechen
Auslöser des Ausverkaufs sind die InvestitionsplĂ€ne: Die Kapitalausgaben schossen im zweiten Quartal versechsfacht auf 18,4 Milliarden Dollar, der GroĂteil floss in den Ausbau von Rechenzentren fĂŒr das KI-GeschĂ€ft. CFO Bret Johnsen verteidigte den Kurs als "effizient" und verwies auf eine Amortisationszeit von unter einem Jahr bei den KI-Investitionen.
Der Umsatz legte um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar zu, das KI-GeschĂ€ft steuerte davon 2,56 Milliarden Dollar bei. GröĂter Gewinnbringer bleibt weiterhin Starlink: Die Erlöse kletterten auf 4,3 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis stieg um 80 Prozent auf 1,66 Milliarden Dollar.
Die Kundenzahl von Starlink wuchs binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen. Unter dem Strich blieb dennoch ein Verlust von 541 Millionen Dollar. Musk hĂ€lt trotzdem an seiner Vision fest: Der Jahresumsatz von einer Billion Dollar soll nun schon 2030 erreicht werden, ein Jahr frĂŒher als bisher geplant.
Lockup-Ablauf und gespaltenes Analystenbild
ZusĂ€tzlichen Druck erzeugt der Ablauf der ersten Lock-up-Frist an diesem Donnerstag. Bis zu 911,5 Millionen Aktien werden dann frei handelbar â rund 20 Prozent der bislang gesperrten Insider-BestĂ€nde. Das könnte das frei verfĂŒgbare Angebot mehr als verdoppeln.
Unter den Analysten herrscht keine Einigkeit ĂŒber die Konsequenzen:
- Goldman Sachs (Eric Sheridan): Kursziel trotz des Kursrutsches um 15 Dollar auf 220 Dollar angehoben, mit Verweis auf Fortschritte im KI-GeschÀft.
- JPMorgan (Doug Anmuth): sieht im Auftragsbestand von 100 Milliarden Dollar fĂŒr die kommenden zwölf Monate ein Signal, das ĂŒber seinen eigenen Erwartungen liegt.
- RBC (Ken Herbert): wertet Umsatz und Ergebnis als Beleg dafĂŒr, dass SpaceX seine kurzfristigen Finanzziele erreichen kann.
Der Börsenwert des Unternehmens ist nach dem Kursrutsch auf rund 1,5 Billionen Dollar gesunken, verglichen mit der Bewertung von 1,8 Billionen Dollar beim Börsengang.
Ob Insider ihre neu handelbaren Anteile tatsĂ€chlich abstoĂen, zeigt sich bereits im Handel an diesem Donnerstag â parallel zum gespaltenen Bild der Analysten, die zwischen einem Kursziel von 220 Dollar und dem aktuellen Kurs von rund 109 Dollar liegen.
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