Stellantis Aktie: Chinas Schatten über Paris
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf dem Pariser Autosalon dreht sich alles um eine Frage: Wie verteidigt Europas Autoindustrie ihr Heimatgeschäft gegen chinesische Konkurrenz? Stellantis steckt mittendrin, als Mitbewerber, aber auch als Partner eines chinesischen Herstellers. Die Aktie gab zuletzt rund 1,4 Prozent nach.
Europa läuft, Nordamerika stockt
Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen des Konzerns um ein Prozent. Ursache war vor allem eine Produktionspause im Sommer in Nordamerika. In Europa dagegen legten die Auslieferungen um zehn Prozent zu, teils dank Fahrzeugen des chinesischen Partners Leapmotor.
Genau diese Verbindung macht Stellantis zu einem Sonderfall unter den europäischen Herstellern. BMW meldete für das Quartal ein Minus von 6,4 Prozent, in China brach der Absatz dort um ein Viertel ein.
Forderungen an die Politik
Konzernchef Antonio Filosa verlangte in Paris mehr Batteriefabriken in Europa. Die Branche fordert insgesamt Hilfe bei hohen Energiekosten und beim Umstieg auf Elektroautos. Volkswagen-Chef Oliver Blume sprach von „enormem Druck" auf das Massengeschäft und mahnte flexiblere Regeln an. Renault-Chef Francois Provost warnte, bei starren CO2-Vorgaben für 2030 könnte der Konzern die Produktion in Europa um etwa 300.000 Fahrzeuge kürzen.
Die EU hat am Freitag eine Vereinbarung angekündigt, die chinesische Hybridexporte in die Union um mehr als die Hälfte senken könnte. Hintergrund ist die Sorge, dass Anbieter mit schwacher Heimatnachfrage und kaum Zugang zum US-Markt Europa mit günstigen Modellen fluten.
Kooperation statt Abschottung
Stellantis setzt auf Zusammenarbeit. Mit Leapmotor will der Konzern in Spanien zwei Modelle gemeinsam bauen. Im italienischen Werk sollen zudem kleine Elektroautos auf einer gemeinsam entwickelten Plattform entstehen. Der Hersteller FAW verhandelt Marktberichten zufolge über die Fertigung seiner Luxusmarke Hongqi in einem spanischen Stellantis-Werk.
Chinesische Marken gewinnen indes Marktanteile. Geely kommt mit seinen Marken in Europa auf 3,1 Prozent der Zulassungen, BYD und SAIC auf je 2,5 Prozent, Leapmotor auf 0,8 Prozent. BYD will zwei weitere Werke in Europa errichten, Changan nennt bis Ende 2026 Standort und Partner.
Auf der Messe zeigt Stellantis außerdem eine elektrische Version des Citroën 2CV. Das Modell soll vor allem Käufer ansprechen, die nicht auf chinesische Preise schauen.
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