Stellantis Aktie: RBC senkt Kursziel auf 5 Euro
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 02:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die strategische Neuausrichtung des Automobilkonzerns Stellantis wird am Kapitalmarkt mit zunehmender Skepsis verfolgt. Nachdem das Unternehmen bereits seit Monaten mit einer schwachen Kursentwicklung kÀmpft, dÀmpfen Analysten nun die Erwartungen an eine schnelle Erholung. Im Fokus stehen dabei notwendige Effizienzsteigerungen und eine Rosskur in Nordamerika.
Analysten mahnen zur Geduld
Die Analysten von RBC Capital Markets haben ihre EinschĂ€tzung fĂŒr Stellantis am Mittwoch aktualisiert und das Kursziel deutlich von 7 Euro auf 5 Euro gesenkt. Die Einstufung verbleibt auf "Sector Perform". Analyst Tom Narayan verwies nach einem GesprĂ€ch mit dem Investor-Relations-Verantwortlichen Charlie Christman darauf, dass QualitĂ€tsverbesserungen und Kostensenkungen nun oberste PrioritĂ€t haben mĂŒssten.
FrĂŒhere Einsparungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie in der Verwaltung scheinen das operative GeschĂ€ft belastet zu haben. Laut den Experten von RBC könnte ein bereinigtes operatives Ergebnis erst im Jahr 2027 wieder steigen.
Voraussetzung fĂŒr das Erreichen der langfristigen Ziele sei eine erfolgreiche Wende im wichtigen nordamerikanischen Markt sowie eine strikte Kostenkontrolle ĂŒber alle Segmente hinweg. Anleger reagierten verhalten: Das Papier ging gestern bei 4,65 Euro aus dem Handel.
Strategische Neuausrichtung und VerkÀufe
Um die ProfitabilitĂ€t zu steigern und die KomplexitĂ€t im Konzern zu reduzieren, treibt das Management die Portfoliobereinigung voran. Stellantis verĂ€uĂert seine Carsharing-Sparte Free2move an die Beteiligungsgesellschaft Mutares. Die Transaktion umfasst Standorte in zwölf StĂ€dten, darunter Berlin, Paris und Washington D.C. Der Abschluss dieses GeschĂ€fts wird bis Ende 2026 erwartet.
Dieser Schritt ist Teil des im Mai 2026 von CEO Antonio Filosa vorgestellten "FaSTLAne 2030"-Plans. Dieser sieht vor, Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Euro gezielt auf vier globale Kernmarken zu konzentrieren: Jeep, Ram, Peugeot und Fiat.
Insgesamt plant der Konzern die EinfĂŒhrung von 60 neuen Modellen, um den technologischen Wandel in der Branche abzubilden. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus der Aktie jedoch noch nicht â im Gegenteil: Der Wert verlor seit Januar 51 %.
Fokus auf KernmÀrkte und China-Kooperation
WĂ€hrend das GeschĂ€ft in Nordamerika und Europa als schwierig gilt, zeigt sich in SĂŒdamerika eine stabilere Tendenz. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Stellantis in dieser Region rund 480.000 Neuzulassungen, was einem Marktanteil von 20,3 % entspricht.
Besonders stark positionierte sich das Unternehmen in Brasilien, wo die Marke Fiat mit 270.000 Fahrzeugen die MarktfĂŒhrerschaft behauptete. Bis zum Jahr 2030 strebt der Konzern in SĂŒdamerika eine operative Marge zwischen 8 % und 10 % an.
Parallel dazu baut Stellantis seine PrĂ€senz im asiatischen Raum und bei neuen Antriebstechnologien aus. Eine verstĂ€rkte Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng soll ab 2027 zu einer gemeinsamen Produktion in Wuhan fĂŒhren.
Zudem ist die Fertigung des Modells B10 in Zusammenarbeit mit Leapmotor ab dem vierten Quartal 2026 in Spanien geplant. Trotz dieser operativen ExpansionsplĂ€ne bleibt die charttechnische Situation schwierig. Mit einem aktuellen Abstand von -11 % zum 50-Tage-Durchschnitt zeigt der Trend fĂŒr die Anteilsscheine weiterhin nach unten.
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