Stem Aktie: Marge schlägt Umsatz
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 00:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger Umsatz, mehr Gewinn-Substanz – bei Stem klafft im zweiten Quartal genau das auseinander, was Anleger zunächst verunsichert hat. Der Kurs brach nach Vorlage der Zahlen um 7,47 Prozent auf 5,45 Dollar ein, erholte sich nachbörslich aber wieder um 7,52 Prozent auf 5,86 Dollar. Der Grund für die Kehrtwende: Unter der Oberfläche des Umsatzrückgangs verbirgt sich eine deutlich profitablere Geschäftsstruktur.
Software verdrängt Hardware-Resale
Der Umsatz fiel im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 33,7 Millionen Dollar und blieb damit unter der Analystenerwartung von 36,76 Millionen Dollar. Ursache ist kein operatives Problem, sondern eine bewusste Strategie: Das Geschäft mit dem Weiterverkauf von Batteriehardware, margenschwach und wenig planbar, schrumpfte von 5,4 auf nur noch 0,3 Millionen Dollar. Software, Services und Edge-Hardware machen inzwischen 99 Prozent des Umsatzes aus, verglichen mit 62 Prozent vor einem Jahr.
Diese Verschiebung zeigt sich direkt in der Marge. Die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf ein Rekordniveau von 55 Prozent, nach 49 Prozent im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA stieg um 63 Prozent auf 6,2 Millionen Dollar – das fünfte Quartal in Folge mit positivem Wert. Der operative Cashflow drehte auf plus 0,3 Millionen Dollar, eine Verbesserung um 22 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Internationale Aufträge als Wachstumshebel
Die wiederkehrenden Erlöse aus der PowerTrack-Softwareplattform wuchsen um 11 Prozent auf Jahresbasis. Die annualisierte wiederkehrende Umsatzbasis (ARR) legte auf 62,4 Millionen Dollar zu. Auftragseingänge sprangen im Quartalsvergleich um 39 Prozent auf 36,8 Millionen Dollar, der Auftragsbestand stieg um 18 Prozent auf 27,1 Millionen Dollar.
Konkrete Projekte untermauern die internationale Expansion. In Chile steuert PowerTrack EMS künftig eine 135-Megawatt-Solaranlage samt neuem 420-Megawattstunden-Speicher. In Ungarn hat Solarmarkt Group gemeinsam mit dem EPC-Partner Pannonwatt einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet, um zwei bestehende Solarparks mit jeweils 40 Megawatt und 80 Megawattstunden Speicherkapazität zu hybridisieren. Der kommerzielle Betrieb beider Standorte soll bis September 2026 starten. Die Plattform wurde zudem mit dem "The smarter E AWARD 2026" in der Kategorie Smart Integrated Energy ausgezeichnet.
Guidance bleibt bestehen
Das Management bekräftigte die Jahresprognose 2026 über alle Kennzahlen hinweg. Der Umsatz soll zwischen 140 und 190 Millionen Dollar liegen, das bereinigte EBITDA zwischen 10 und 15 Millionen Dollar. Nach einem ersten Halbjahres-EBITDA von 8,2 Millionen Dollar sieht sich das Unternehmen auf Kurs für das obere Ende dieser Spanne.
Die breite Umsatzspanne resultiert aus der schwer planbaren Batteriehardware-Komponente, die im zweiten Halbjahr wieder anziehen und die Marge unter das aktuelle Rekordniveau drücken könnte. Für das Jahresende erwartet Stem eine wiederkehrende Umsatzbasis zwischen 65 und 70 Millionen Dollar – ein klares Signal, dass der Fokus auf 2027 und die Skalierung im Utility-Segment gerichtet bleibt.
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