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Steyr Motors Aktie: Red Cat zieht Übernahmevorschlag zurück

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 00:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steyr Motors senkt Prognose wegen Verzögerungen im Defense-Sektor, betont aber Auftragspolster von über 300 Mio. Euro bis 2030.

Steyr Motors Halbjahresbericht: Auftragsbestand von 300 Mio. Euro als Hoffnungsträger
Ein technisches Motorenbauteil auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in einer professionellen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steyr Motors legt am morgigen Mittwoch den vollständigen Halbjahresbericht 2026 vor – und Anleger klammern sich an eine Zahl: einen Auftragsbestand von über 300 Millionen Euro mit Laufzeit bis Ende 2030. Diese Größenordnung hatte das Unternehmen bereits Anfang August genannt, getrieben von Marine-Anwendungen und Hilfsaggregaten für Kampfpanzer. Nach der drastischen Prognosesenkung vom Montag ist sie zum zentralen Argument der Optimisten geworden.

Der Vorstand hatte am Montag die Ziele für 2026 massiv gekappt: Statt eines Umsatzes von 75 bis 95 Millionen Euro rechnet Steyr Motors nun nur noch mit 56 bis 61 Millionen Euro. Die EBIT-Marge soll bei 8 bis 12 Prozent liegen, zuvor waren mindestens 15 Prozent avisiert.

Auch die Mittelfristprognose für 2027, die ursprünglich rund 140 Millionen Euro Umsatz und 40 Millionen Euro EBIT vorsah, wurde vollständig zurückgezogen. Der Vorstand begründet den Schritt mit Verzögerungen bei öffentlichen Beschaffungs-, Genehmigungs- und Abnahmeprozessen im Verteidigungssektor – ein Timing-Problem, keine Nachfrageschwäche, wie das Unternehmen betont.

Zeitliche Verschiebung statt Auftragsverlust

Entscheidend für die Bewertung der Situation ist die Unterscheidung, die Steyr Motors selbst zieht: Die geplanten Umsätze verschieben sich um ein bis zwei Jahre in Folgeperioden, sie fallen nach Darstellung des Unternehmens nicht weg.

Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 untermauern zumindest die Stabilität des laufenden Geschäfts: Der Umsatz lag mit 22,8 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert von 23,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT fiel mit 0,1 Millionen Euro jedoch mager aus und zeigt, wie stark die Profitabilität bereits im ersten Halbjahr gelitten hat.

Zur ohnehin angespannten Lage kam am Montag eine weitere schlechte Nachricht hinzu: Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings hat seinen unverbindlichen Übernahmevorschlag für sämtliche Aktien der Steyr Motors AG offiziell zurückgezogen.

Die Gespräche über ein öffentliches Erwerbsangebot sind damit endgültig gescheitert. Seit dem Ende dieser Übernahmefantasie vor rund zwei Wochen hat die Aktie rund 22 Prozent verloren – ein Umstand, der die Kursreaktion auf die Prognosesenkung zusätzlich verschärft hat.

Erholung nach dem Ausverkauf

Am heutigen Dienstag zeigt sich eine Gegenbewegung: Die Aktie legt um 5,0 Prozent zu und notiert bei 27,36 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 26,06 Euro geschlossen hatte.

Der Titel bleibt damit nahe seinem 52-Wochen-Tief von 25,26 Euro und liegt gut 52 Prozent unter dem Jahreshoch von 57,00 Euro, das Ende September markiert wurde. Der RSI von 30,2 signalisiert eine überverkaufte Aktie, was die heutige Erholung technisch erklären könnte.

Am 19. August folgt der Earnings Call, zu dem das Unternehmen bereits Anfang August eingeladen hatte. Dort dürfte der Vorstand die Hintergründe der Verzögerungen im Defense-Geschäft und die Belastbarkeit des Auftragsbestands näher erläutern.

Weitere Auftritte sind für den 21. September auf der Baader Investment Conference in München und am 23. November auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt terminiert – Gelegenheiten, auf denen das Management sein Narrativ der reinen Zeitverschiebung untermauern muss, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

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