Super Micro Computer Aktie: 7,5-Prozent-Rückgang auf 34,45 USD
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Interne Untersuchung spricht Führungskräfte frei
Super Micro Computer hat heute den Abschluss einer internen Untersuchung bekannt gegeben, die durch unabhängige Vorstandsmitglieder durchgeführt wurde. Hintergrund der Prüfung waren Vorwürfe im Zusammenhang mit einer Anklage gegen ehemalige Mitarbeiter im März. Die Untersuchung ergab keinerlei Beweise dafür, dass CEO Charles Liang oder andere Mitglieder der Geschäftsführung Kenntnis von der mutmaßlichen Umleitung sanktionierter Produkte an beschränkte Parteien hatten. Damit entlastet der Bericht die Führungsspitze des Unternehmens vollständig von den Verdachtsmomenten einer Verletzung von Exportkontrollen.
Dennoch reagierten die Anleger verhalten auf die Nachricht. Der Aktienkurs sank am heutigen Montag um 7,5 % auf 34,45 USD. Medienberichten zufolge belasteten Gewinnmitnahmen nach einer mehrwöchigen Rallye sowie eine allgemeine Schwäche im Technologiesektor die Notierung.
Zudem sorgen Pläne für ein Finanzierungspaket in Höhe von sieben Milliarden US-Dollar weiterhin für eine gewisse Verunsicherung hinsichtlich einer möglichen Verwässerung der Anteile. Trotz des heutigen Rücksetzers weist das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 18 % auf.
Rekord-Auftragsbestand und neue juristische Hürden
Die operativen Kennzahlen des Spezialisten für KI-Infrastruktur bleiben derweil auf einem hohen Niveau. Super Micro Computer meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 11,12 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 93 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während der Umsatz leicht hinter den Konsensschätzungen zurückblieb, übertraf der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 1,70 US-Dollar die Erwartungen deutlich. Besonders hervorzuheben ist der Auftragsbestand, der infolge neuer Bestellungen ein Rekordvolumen von über 60 Milliarden US-Dollar erreichte.
Für das kommende Geschäftsjahr 2027 gab das Unternehmen zudem eine Umsatzprognose zwischen 65 und 72 Milliarden US-Dollar aus. Auf der rechtlichen Seite sieht sich der Konzern jedoch mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Das Unternehmen Netlist reichte gestern Patentklagen bei der US-Handelskommission ITC und einem Bundesgericht gegen Super Micro Computer sowie weitere Hardware-Hersteller ein.
Gegenstand der Klage ist die angeblich nicht autorisierte Nutzung geschützter Technologien im Bereich der DDR5-Speichermodule. Parallel dazu gab es Bewegungen im Aktionärskreis: Susquehanna International Group meldete Mitte August einen Anteil von 5,1 % an Super Micro Computer, was einer Position von rund 33,4 Millionen Aktien entspricht.
Analysten zwischen Kaufempfehlungen und Vorsicht
Die Einschätzungen der Analysten gingen zuletzt auseinander, zeigen jedoch überwiegend konstruktive Tendenzen. Am Donnerstag stufte Zacks Investment Research den Wert auf „Strong Buy“ hoch und verwies dabei auf positive Revisionen der Gewinnschätzungen und die Bewertung im Verhältnis zum Wachstum im KI-Markt. Analysten von Rosenblatt Securities hoben das Kursziel bereits zuvor von 45,00 auf 51,00 US-Dollar an und bestätigten ihre Einstufung ebenfalls als Top-Kauf.
Im Gegensatz dazu behielt die US-Bank Goldman Sachs ihre Verkaufsempfehlung bei, erhöhte jedoch das Kursziel von 30,00 auf 34,00 US-Dollar. Die Experten von Needham & Company bekräftigten im gleichen Zeitraum ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 46,00 US-Dollar.
Während die institutionelle Nachfrage durch die Beteiligung von Susquehanna gestärkt wurde, meldete Super Micro Computer am 19. August zudem Transaktionen durch mehrere Führungskräfte, darunter Chief Revenue Officer Matthew Thauberger, die im Rahmen von Aktienzuteilungen durchgeführt wurden.
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