Terawulf, Aktie

Terawulf Aktie: Cantor senkt Kursziel

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Finanzierungssorgen belasten TeraWulf; Cantor Fitzgerald reduziert das Kursziel, während die positive Einstufung bestehen bleibt.
Moderne Serverräume in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung als Symbol für digitale Infrastruktur und IT-Technologie. Illustration mit AI erstellt.

TeraWulf verzeichnete am Freitag eine Kursveränderung von -7,7% im Umfeld wachsender Finanzierungssorgen bei KI-Rechenzentren. Anleger stellten die kreditfinanzierte Expansion und steigende Kreditkosten infrage. Zugleich senkte Cantor Fitzgerald das Kursziel für TeraWulf, hielt aber an seiner positiven Einstufung fest. Damit treffen vorsichtigere Bewertungsmaßstäbe auf weiterhin zuversichtliche Analysteneinschätzungen.

Der Druck ging über TeraWulf hinaus. Medienberichten zufolge erfasste der Ausverkauf mehrere Betreiber von KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Im Mittelpunkt standen Zweifel am Umfang und an der Finanzierung des Ausbaus. Die Kursbewegung ist damit in ein belastetes Branchenumfeld einzuordnen, nicht als Reaktion auf eine neue operative Unternehmensmeldung.

Niedrigeres Kursziel, positive Einstufung

Cantor-Fitzgerald-Analyst Brett Knoblauch senkte sein Kursziel am Freitag von 37 $ auf 30 $. Seine Einstufung „Übergewichten“ behielt er bei. Als Gründe nannte er die breite Schwäche der Rechenzentrumsaktien sowie Sorgen über steigende Zinsen und Kostenüberschreitungen bei Investitionen.

Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich: Knoblauch reduzierte die erwartete Bewertung, zog seine grundsätzlich positive Empfehlung aber nicht zurück. Das niedrigere Ziel bildet damit die verschärften Finanzierungs- und Investitionsrisiken ab.

Morgan-Stanley-Analyst Stephen Byrd hatte am Donnerstag ebenfalls an „Übergewichten“ festgehalten. Nach seiner Einschätzung stand der Kursrückgang im Widerspruch zum zugrunde liegenden Vertragswert. Die beiden Einschätzungen setzen unterschiedliche Akzente: Finanzierungsrisiken belasten die Bewertung, während der Vertragswert aus Analystensicht weiterhin Unterstützung bietet.

Ausbaupläne unter Finanzierungsvorbehalt

TeraWulf-Chef Paul Prager bezeichnete den Abschwung am Donnerstag als schwierige Phase für die KI-Infrastrukturbranche. Höhere Zinsen spielten bei Mietvertragsverhandlungen eine Rolle. Zugleich erklärte er, dass die Projekte CB4 und CB5 in Lake Mariner auf die geplanten Übergaben zusteuerten.

Einen weiteren Ausbau hatte TeraWulf am 5. Oktober mitgeteilt: Die vertraglich vereinbarte Stromkapazität des Muskie Data Campus steigt durch eine geänderte Vereinbarung mit Kentucky Power von 500 MW auf 1 GW.

Die zweite Ausbaustufe soll bereits 2029 statt 2030 kommen. Dafür bleiben die regulatorische Genehmigung und der Bauzeitplan des Versorgers maßgeblich. Die vereinbarte Kapazität ist deshalb nicht mit bereits verfügbarer Leistung gleichzusetzen.

Quartalszahlen als nächster Prüfpunkt

Am 6. November 2026 will TeraWulf die Ergebnisse des dritten Quartals 2026 veröffentlichen und die zugehörige Telefonkonferenz abhalten.

Dieser Termin bietet den nächsten angekündigten Anlass, operative Fortschritte und die wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam zu beurteilen. Entscheidend ist dabei die Spannung zwischen dem von Analysten hervorgehobenen Vertragswert und den höheren Finanzierungshürden, die derzeit die Branche belasten.

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