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Thomson Reuters Aktie: Umsatzprognose angehoben, Cashflow schwÀchelt

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 18:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern steigert den Quartalsumsatz und erhöht die Jahresprognose, wÀhrend der freie Mittelzufluss sinkt und das Cashflow-Ziel gleich bleibt.
Moderne Glasfassade eines BĂŒrogebĂ€udes im Licht des Sonnenaufgangs als Symbol fĂŒr wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Thomson Reuters wĂ€chst krĂ€ftig, setzt davon aber weniger in frei verfĂŒgbare Mittel um. Nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen stehen neben der angehobenen Umsatzprognose vor allem Investitionskosten und der schwĂ€chere Mittelzufluss im Fokus. Die Aktie erholt sich heute um 6,5%. Die operative Bilanz bleibt gemischt: Mehr GeschĂ€ft bedeutet derzeit nicht in allen Bereichen eine höhere RentabilitĂ€t.

Mittelzufluss bleibt hinter dem Wachstum zurĂŒck

Im dritten Quartal 2026 erzielte Thomson Reuters einen freien Cashflow von 408 Mio. US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 526 Mio. US-Dollar gewesen. Höhere Barsteuern und die Bindung von Mitteln im laufenden GeschÀft belasteten den Zufluss.

Damit liefert die LiquiditĂ€tsentwicklung ein Gegengewicht zum krĂ€ftigen Umsatzwachstum. FĂŒr Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Wachsende Erlöse und bereinigte Gewinne schlagen sich nicht automatisch im selben Umfang in verfĂŒgbaren Mitteln nieder.

Der Quartalsumsatz stieg um 10% auf 1,833 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,81 US-Dollar. Auch organisch legten die Erlöse zweistellig zu.

Das Wachstum erfasste ebenfalls die zusammen als „Big 3“ bezeichneten Bereiche Recht, Unternehmen sowie Steuer-, PrĂŒfungs- und Rechnungswesen. Gleichzeitig drĂŒckten zusĂ€tzliche Ausgaben auf die ProfitabilitĂ€t. Die Quartalszahlen zeigen damit sowohl die Nachfrage nach den Angeboten als auch die Kosten ihrer Weiterentwicklung.

KI gewinnt Gewicht und belastet die Marge

Laut Reuters sank die Marge im Rechtssegment von 49% auf 46,6%. Neben den KI-Ausgaben belasteten Abfindungen von 22 Mio. US-Dollar und der Kauf von Noetica das Ergebnis.

Die Investitionen treffen auf eine zunehmende Nutzung der KI-Angebote. Thomson Reuters baut deren Bedeutung fĂŒr das VertragsgeschĂ€ft aus. Der Konzern muss damit zugleich Wachstum finanzieren und nachweisen, dass sich die zusĂ€tzlichen Ausgaben wirtschaftlich auszahlen.

Produkte mit generativer KI standen fĂŒr 34% des annualisierten Vertragswerts. Im Vorjahr hatte dieser Anteil bei 24% gelegen. Das unterstreicht ihre wachsende Bedeutung, beseitigt aber nicht den kurzfristigen Margendruck.

Auch die Nutzung einzelner Anwendungen nahm zu. The Globe and Mail berichtete ĂŒber einen deutlichen Anstieg der aktiven Nutzer von CoCounsel Legal im September gegenĂŒber August. Zudem kĂŒndigte Thomson Reuters eine Partnerschaft mit Skadden zur Entwicklung von Anwendungen auf Thomson LLM an.

Höhere Wachstumsziele, unverÀndertes Cashflow-Ziel

FĂŒr 2026 erwartet Thomson Reuters nun ein organisches Umsatzwachstum von 8,5–9%. Zuvor hatte das Unternehmen rund 8% in Aussicht gestellt. Die Anhebung signalisiert Zuversicht fĂŒr die weitere GeschĂ€ftsentwicklung.

Der Ausblick gilt ohne Global Print. Thomson Reuters verkaufte Anfang Oktober die Mehrheit an diesem GeschÀft an KKR und behielt eine Minderheitsbeteiligung. Die verÀnderte Konzernstruktur gehört deshalb zur Einordnung der Jahresziele.

Die Prognose fĂŒr den freien Cashflow bleibt bei rund 2,1 Mrd. US-Dollar. FĂŒr das vierte Quartal 2026 stellt das Management etwa 8% organisches Wachstum in Aussicht.

Der höhere Wachstumsausblick geht somit nicht mit einer höheren Cashflow-Prognose einher. Entscheidend ist nun, wie gut Thomson Reuters die steigende Nachfrage in liquide Mittel und profitable GeschĂ€fte ĂŒbersetzt. Die heutige Kurserholung Ă€ndert nichts an dieser operativen Aufgabe.

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