TKMS, Aktie

TKMS Aktie: F128-Programm kostet 11,6 Milliarden

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Acht MEKO-A-200-DEU-Schiffe sollen bis 2035 fertig sein; TKMS muss dafür langfristige Fertigungskapazitäten sichern.

TKMS: Fregattenaufträge über 11,6 Milliarden Euro bis 2035
Moderne Fregatte auf stürmischer See als Symbol für die Rüstungsindustrie und industrielle Großprojekte. Illustration mit AI erstellt.

Welche Tragweite die milliardenschweren Flottenaufträge der Deutschen Marine für TKMS besitzen, entscheidet sich an den Fertigungskapazitäten der kommenden Dekade. Nach der Ausgliederung aus dem Thyssenkrupp-Konzern steht der maritime Rüstungsbauer vor der Aufgabe, ein langfristiges Bauprogramm für die U-Boot-Abwehr umzusetzen. Der Zeitplan reicht weit in die 2030er-Jahre hinein.

Auftragsrahmen für acht Fregatten

Die Marine soll insgesamt acht Einheiten des Typs MEKO A-200-DEU erhalten. Die gesamten Beschaffungskosten für diese Baureihe F128 belaufen sich auf 11,6 Milliarden Euro. Für die ersten vier Schiffe waren 6,3 Milliarden Euro vorgesehen.

Laut Reuters beläuft sich das Volumen inklusive Projektunterstützung und Reserven auf etwa 5,6 Milliarden Euro. Für den Betrieb dieser Schiffe sind bis 2045 zusätzlich 1,55 Milliarden Euro kalkuliert.

Das Einsatzgebiet der Schiffe umfasst die Ostsee, die Nordsee, den Atlantik sowie den Hohen Norden. Zur Ortung unter Wasser erhalten die Einheiten ein Schleppsonar sowie Bordhubschrauber. Geplant ist zudem ein enger Verbund mit Seefernaufklärern des Typs P-8A Poseidon.

Fester Lieferplan und offene Altlasten

Die Auslieferung der Schiffe folgt festen Zielmarken. Das erste Exemplar soll im Dezember 2029 an die Marine übergeben werden. Die ersten vier Einheiten sind bis März 2032 vorgesehen, die gesamte Flotte soll bis 2035 fertiggestellt sein.

Die Beauftragung von TKMS erfolgte nach dem Abbruch des F126-Programms im Jahr 2026. Aus diesem beendeten Vorgang resultieren finanzielle Nachforderungen an den Bund. Der niederländische Schiffbauer Damen verlangte vor gut einer Woche eine Entschädigung von 4,7 Milliarden Euro. Zuvor flossen bereits über zwei Milliarden Euro in das gekündigte Vorhaben, ohne dass ein Schiff übergeben wurde.

Einordnung der Börsenbewertung

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Mischung aus Großaufträgen und industrieller Abwicklung wider. Das Papier von TKMS ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 75,20 Euro aus dem Handel. Trotz eines Zuwachses von 14 Prozent seit Jahresanfang notiert der Wert unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 85,50 Euro. Für das Unternehmen markieren die vertraglich fixierten Übergabetermine den zentralen operativen Maßstab der kommenden Jahre.

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