TRATON Aktie: Nordamerika treibt Orders
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie AuftrÀge laufen, jetzt sollen die Auslieferungen folgen. TRATON hat nach neun Monaten 2026 die ProfitabilitÀt verbessert und die Jahresziele bestÀtigt. Das dritte Quartal verlief laut Marktbeobachtern wie erwartet, der Auftragseingang fiel jedoch deutlich aus.
Orders legen krÀftig zu
Der Auftragseingang stieg um ein Viertel auf 253.147 Fahrzeuge. Die Bestellungen im Lkw-Bereich wuchsen um 28 Prozent. Treiber war Nordamerika: Dort verdoppelte sich der Lkw-Ordereingang, bei schweren Class-8-Modellen zog die Nachfrage besonders an. Im Vorjahr hatten die US-Zollturbulenzen Spediteure zur ZurĂŒckhaltung bewogen, nun haben sich die Bestellungen erholt.
Auch Asien-Pazifik legte zu, dort half die fĂŒr China entwickelte Scania-Baureihe NEXT ERA. In SĂŒdamerika stĂŒtzte das staatliche Kreditprogramm "Move Brasil", dessen Mittel inzwischen ausgeschöpft sind. Die Bestellungen schwĂ€chten sich dort im dritten Quartal ab. Europas Lkw-GeschĂ€ft wuchs um 7 Prozent.
Das VerhÀltnis von AuftrÀgen zu Auslieferungen (Book-to-bill) liegt bei 1,1, nach 0,9 im Vorjahreszeitraum.
Marge steigt, Umsatz wÀchst moderat
Der Umsatz erhöhte sich um 3 Prozent auf 33,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs um 13 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro und entsprach damit den Analystenerwartungen. Die Rendite verbesserte sich von 6,3 auf 6,9 Prozent.
Getragen wurde das von Services und FinanzgeschÀft. TRATON Financial Services steigerte den Umsatz um 19 Prozent. Dazu kamen positive Mix-, Preis- und Volumeneffekte. Höhere Zoll- und Rohmaterialkosten bremsten.
Bei den Marken ergibt sich ein gemischtes Bild. Scania verbesserte die Rendite auf 11,6 Prozent, MAN auf 6,2 Prozent. International Motors blieb mit 1,7 Prozent schwach. Volkswagen Truck & Bus verlor dagegen 2,0 Prozentpunkte und kam auf 10,4 Prozent.
Prognose steht, Elektro-Ziele bleiben fern
FĂŒr 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein Absatz- und Umsatzwachstum von 0 bis 7 Prozent. Die bereinigte operative Rendite soll zwischen 6,3 und 7,3 Prozent liegen. Der Vorbehalt: US-Zollpolitik und der Krieg im Iran.
CFO Michael Jackstein erwartet im vierten Quartal einen stĂ€rkeren Netto-Cashflow bei TRATON Operations, saisonal bedingt. In Nordamerika dĂŒrfte der Markt bis Jahresende weiter anziehen.
Beim Thema Elektro mahnt CEO Christian Levin. Der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge stieg zwar um 30 Prozent, reiche aber bei Weitem nicht fĂŒr die CO2-Ziele der EU. Dem Konzern drohen Strafen in Millionenhöhe. Levin fordert daher schnell bessere Rahmenbedingungen. Heute um 10.00 Uhr stellen sich Levin und Jackstein im Webcast den Fragen von Analysten und Journalisten.
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