Trulieve Aktie: Schedule III seit April 2026
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 18:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deTrulieve hat einen regulatorischen Meilenstein erreicht: Sämtliche 207 medizinischen Cannabis-Filialen des Unternehmens sind mittlerweile bei der US-Drogenbehörde DEA registriert. Die entsprechenden Inspektionen sind abgeschlossen.
Grundlage dafür ist die Hochstufung von medizinischem Marihuana in die Kategorie Schedule III, die im April 2026 erfolgte. Für Trulieve ist das ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einer stärker legitimierten Marktstellung in den USA.
Regulatorischer Rückenwind trifft auf Expansionspläne
Bereits Anfang August hatte Trulieve Anträge zur Registrierung seiner staatlich lizenzierten Betriebe bei der DEA eingereicht und dabei auf mögliches Wachstumspotenzial in Georgia und Texas verwiesen. Die nun abgeschlossene Registrierung aller Filialen unterstreicht, dass das Unternehmen die regulatorischen Voraussetzungen für eine Ausweitung des Medizinalgeschäfts geschaffen hat.
Für Anleger ist das insofern relevant, als der medizinische Bereich zuletzt ohnehin an Bedeutung gewann: Das pro-forma reine Medizingeschäft erwirtschaftete im zweiten Quartal 222,3 Millionen Dollar Umsatz, nach 214 Millionen Dollar im ersten Quartal.
Die DEA-Nachricht reiht sich in eine Phase ein, in der Trulieve seine US-Präsenz insgesamt neu ordnet. Am 11. August schloss das Unternehmen den Umzug seines Firmensitzes von British Columbia nach Delaware ab, nachdem die Aktionäre der Sitzverlegung am 5. August auf einer Sondersitzung zugestimmt hatten.
Wenige Tage später, am 18. August, läutete Gründerin und CEO Kim Rivers gemeinsam mit dem Führungsteam die Closing Bell an der New York Stock Exchange – zur Feier der im Juni erfolgten Erstnotierung als erstes US-Cannabisunternehmen an der NYSE.
Quartalszahlen zeigen gemischtes Bild
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal, veröffentlicht am 7. August, fielen uneinheitlich aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,11 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 0,08 Dollar. Der Umsatz von 271 Millionen Dollar verfehlte die Erwartung von 272,21 Millionen Dollar knapp. 94 Prozent der Erlöse stammten aus dem Einzelhandel, die Bruttomarge lag bei 60 Prozent.
Unter dem Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 406 Millionen Dollar beziehungsweise 2,10 Dollar je Aktie – belastet durch einen Effekt von 407 Millionen Dollar aus der Entkonsolidierung von Harvest sowie einer damit verbundenen Beteiligung.
Als Folge der Entkonsolidierung senkte Trulieve seine Prognose für den operativen Cashflow im Gesamtjahr 2026 auf mindestens 225 Millionen Dollar, zuvor waren 250 Millionen Dollar angepeilt. Zum Ende des ersten Halbjahres verfügte das Unternehmen über 325 Millionen Dollar an liquiden Mitteln, nach einem operativen Cashflow von 109 Millionen Dollar in den ersten sechs Monaten.
Parallel zu den Zahlen kündigte Trulieve ein Rückkaufprogramm über bis zu 50 Millionen Dollar beziehungsweise 8.495.038 Aktien an, ohne im Zuge der Berichterstattung bereits durchgeführte Rückkäufe zu nennen.
Insiderverkäufe und Personalwechsel im Hintergrund
Weniger erfreulich für Anleger dürfte die Insider-Aktivität sein: In den vergangenen sechs Monaten kam es zu sieben Verkäufen durch Unternehmensinsider, Käufe gab es keine. CEO Kim Rivers hatte im Juni angekündigt, ihren automatischen Verkaufsplan im August zu beenden; eine erste Tranche von 1.699.007 Aktien wurde bereits veräußert.
Zudem strukturierte Trulieve Ende Juni seine Finanzabteilung um: Die eigenständige Position des Chief Accounting Officer wurde gestrichen, CFO Jan Reese übernahm zusätzlich die Funktion der obersten Rechnungslegungsverantwortlichen.
Trotz der Rückschläge auf der Ergebnisseite zeigt die Kombination aus DEA-Registrierung, NYSE-Notierung und Sitzverlegung nach Delaware, dass Trulieve seine strukturelle Position im US-Markt festigt – ein Prozess, der in den kommenden Monaten weiter zu beobachten sein dürfte.
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