TSMC, Aktie

TSMC Aktie: Richtfest in Dresden

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 20:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TSMC hat in Dresden den Rohbau seiner ersten europĂ€ischen Chipfabrik fertiggestellt. Der Produktionsbeginn ist fĂŒr das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen.

TSMC feiert Richtfest fĂŒr Europas erste Chipfabrik in Dresden
Moderne Halbleiter-Fertigungsanlage im Bau bei DĂ€mmerung, symbolisiert industrielles Wachstum und Hochtechnologie. Illustration mit AI erstellt.

Der Rohbau steht, das Dach ist drauf: In Dresden hat TSMC einen sichtbaren Baustein seiner Europa-Strategie fertiggestellt. Beim Richtfest fĂŒr die neue Chipfabrik im Dresdner Norden sprach ESMC-PrĂ€sident Christian Koitzsch von einem Meilenstein — gut zwei Jahre nach Baubeginn ist der erste Produktionsstandort des taiwanischen Konzerns in Europa damit auf halbem Weg.

Mehr als 2.000 Arbeiter haben rund 30.000 Fertigbetonelemente verbaut. Parallel dazu lĂ€uft bereits die Ausbildung der kĂŒnftigen Belegschaft am TSMC-Hauptsitz in Taiwan, wo taiwanische Unternehmenskultur und deutsche Ingenieurskunst zusammengefĂŒhrt werden sollen. Die Produktion soll im zweiten Halbjahr 2027 anlaufen.

Zehn Milliarden Euro, drei Partner

Das Werk ist ein Gemeinschaftsprojekt: TSMC hĂ€lt 70 Prozent an der European Semiconductor Manufacturing Company, Bosch, Infineon und NXP Semiconductor je zehn Prozent. Die Investitionssumme liegt bei zehn Milliarden Euro, wovon das Bundeswirtschaftsministerium fĂŒnf Milliarden Euro als Förderung beisteuert.

Gefertigt werden sollen Chips bis 12 Nanometer, mit Schwerpunkt auf der Autoindustrie — ein Marktsegment, das zuletzt unter schwacher Nachfrage litt, fĂŒr TSMC aber ein zusĂ€tzliches Standbein neben dem margenstarken KI- und Smartphone-GeschĂ€ft darstellt.

Mit der Ansiedlung wĂ€chst der Standort "Silicon Saxony" weiter, den das Wirtschaftsministerium als Europas grĂ¶ĂŸten Mikroelektronik-Cluster einstuft. Rund 3.600 Unternehmen mit ĂŒber 80.000 BeschĂ€ftigten sind dort bereits aktiv, bis 2040 soll die Zahl der ArbeitsplĂ€tze auf etwa 100.000 steigen. Auch Infineon und GlobalFoundries bauen ihre KapazitĂ€ten in Dresden parallel aus.

Im gleichen Zeitraum vertieft TSMC sein globales Partnernetzwerk auch technologisch: Der kalifornische Halbleiterdienstleister GS Microelectronics ist als neues Mitglied der Open Innovation Platform Value Chain Alliance in Nordamerika beigetreten.

Solche Allianzen sollen Kunden einen durchgĂ€ngigen Weg von der Prototypenfertigung bis zur Großserienproduktion ermöglichen, unter anderem ĂŒber TSMCs CoWoS-Verpackungstechnologie fĂŒr KI- und Hochleistungsrechenchips.

FĂŒr TSMC bleibt Dresden ein Langfrist-Projekt ohne kurzfristigen Kurstreiber. Der nĂ€chste konkrete Meilenstein ist der Produktionsstart im zweiten Halbjahr 2027 — bis dahin entscheidet sich, ob der Zeitplan trotz der komplexen Vierparteien-Konstruktion hĂ€lt.

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