Uniper, Aktie

Uniper Aktie: Gebote bis 21. September

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 12:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung setzt Bieterfrist für Uniper-Anteile bis 21. September. Der Energiekonzern hebt nach starkem Halbjahr seine Jahresprognose an.

Uniper-Verkauf: Bieterfrist Ende September, Prognose angehoben
Moderne Energieinfrastruktur bei Dämmerung, symbolisiert den Wandel im Energiesektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Ausstieg des Staates bei Uniper tritt in eine entscheidende Phase. Nachdem der Energiekonzern vor rund einer Woche starke Halbjahreszahlen vorlegte und seine Prognose für das Gesamtjahr anhob, verdichten sich nun die Signale für den anstehenden Eigentümerwechsel. Die Bundesregierung hat eine konkrete Frist für potenzielle Käufer gesetzt, was den Kurs des Unternehmens im aktuellen Marktumfeld stützt.

Bietverfahren bis Ende September

Wie Bloomberg berichtet, hat die Bundesregierung die Suche nach Käufern für ihre Anteile an Uniper intensiviert. Interessenten sind demnach aufgefordert, ihre Gebote bis zum 21. September einzureichen. Das Bundesfinanzministerium strebt dabei den Erhalt von Uniper als integriertes Unternehmen an, das sowohl im Gashandel als auch in der Stromerzeugung tätig ist. Unterstützt wird die Bundesregierung in diesem Prozess durch die Berater von JPMorgan Chase und der UBS.

Flankiert wird der Verkaufsprozess durch eine deutliche Verbesserung der operativen Kennzahlen. Am 11. August meldete Uniper für das erste Halbjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA von 711 Millionen Euro, was einer Steigerung von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Konzernergebnis kletterte im gleichen Zeitraum von 135 Millionen Euro auf 388 Millionen Euro.

Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Gasgeschäft im Segment Greener Commodities, das nach den Belastungen des Vorjahres einen Ergebnissprung von über 550 Millionen Euro verzeichnete.

Prognose für das Gesamtjahr angehoben

Aufgrund der starken ersten sechs Monate hob das Management die Guidance für das Geschäftsjahr 2026 an. Die Untergrenze für das bereinigte EBITDA wurde um 100 Millionen Euro auf nun 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro heraufgesetzt. Beim bereinigten Konzernergebnis erwartet Uniper nun 500 bis 600 Millionen Euro, nachdem zuvor mindestens 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren.

Die finanzielle Stabilität des Konzerns hat sich parallel dazu gefestigt. Die wirtschaftliche Nettocash-Position stieg bis zum 30. Juni auf 4,55 Milliarden Euro an, verglichen mit rund 2,82 Milliarden Euro zum Ende des vorangegangenen Jahres. Diese solide Kapitalbasis ermöglichte bereits im Mai die Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen mit einer Ausschüttung von 0,72 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025.

Transformation und neue Wachstumsfelder

Neben dem klassischen Energiegeschäft konkretisiert Uniper seine Strategie für die kommenden Jahre. Das Unternehmen hat mehr als zehn Kraftwerksstandorte identifiziert, die sich aufgrund ihrer vorhandenen Infrastruktur für den Aufbau von Rechenzentren eignen. Ziel ist die Transformation zu Standorten für die KI-Wirtschaft entlang europäischer Daten-Hubs. Zudem verstärkt sich das Unternehmen personell: Dr. Christian Ohlms wird zum 1. Oktober die Position des Chief Commercial Officer übernehmen und damit die interimistische Leitung durch CEO Michael Lewis beenden.

Im Bereich der Stromerzeugung stabilisierte sich die Lage zuletzt wieder, nachdem die Verfügbarkeit der schwedischen Atomanlage Oskarshamn 3 seit dem 10. Juli wieder vollständig gegeben ist. Zuvor hatten ungeplante Stillstände das Segment Green Generation im ersten Halbjahr belastet.

Die Aktie reagiert heute positiv auf die Nachrichtenlage und notiert bei 44,50 Euro, was einem Zuwachs von 1,8 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn konnte das Papier damit bereits um 36 Prozent zulegen. Anleger blicken nun gespannt auf den 21. September, wenn die Bieterfrist für den Staatsanteil abläuft. Als nächster regulärer Termin im Finanzkalender steht die Veröffentlichung des Zwischenberichts für den 10. November an.

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