UPM-Kymmene Aktie: EU-Kommission stellt Sappi-Projekt infrage
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die PlĂ€ne von UPM-Kymmene zur Konsolidierung des europĂ€ischen PapiergeschĂ€fts stehen vor einer schweren HĂŒrde. Das mit dem Konkurrenten Sappi geplante Gemeinschaftsunternehmen im Volumen von 1,42 Milliarden Euro droht an den wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EuropĂ€ischen Kommission zu scheitern.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern unter Berufung auf Insider berichtete, konnten die jĂŒngsten Stellungnahmen der beiden Konzerne die WettbewerbshĂŒter in BrĂŒssel nicht ĂŒberzeugen.
Kartellbedenken belasten SparplÀne
Die EU-Kommission prĂŒft die Transaktion derzeit intensiv auf ihre Auswirkungen auf den Markt fĂŒr grafische Papiere. Die vorlĂ€ufige EinschĂ€tzung der Behörde geht dahin, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in diesem rĂŒcklĂ€ufigen Marktsegment unzulĂ€ssig einschrĂ€nken könnte. Eine endgĂŒltige Entscheidung der KartellwĂ€chter muss spĂ€testens bis zum 11. November 2026 fallen.
FĂŒr UPM-Kymmene steht bei dem Vorhaben ein zentraler Baustein der eigenen Restrukturierungsstrategie auf dem Spiel. Sollte die Transaktion untersagt werden, entfĂ€llt fĂŒr den finnischen Forst- und Papierkonzern ein wesentlicher Hebel, um das GeschĂ€ft mit Druckpapieren effizienter aufzustellen und ĂberkapazitĂ€ten geordnet zu bĂŒndeln.
Marktbeobachter sehen in diesem Fall das Risiko, dass der Konzern gezwungen sein könnte, einzelne Produktionslinien oder ganze Fabriken eigenstÀndig stillzulegen. UPM-Kymmene betreibt in diesem Segment derzeit acht Druckpapierfabriken.
An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf die zunehmenden regulatorischen Risiken. Das Papier von UPM-Kymmene ging am Freitag mit einem Abschlag von 1,1 Prozent bei 25,44 Euro aus dem Handel.
Konzernumbau lÀuft parallel weiter
WÀhrend das Papier-Joint-Venture ins Stocken gerÀt, treibt das Management die Neuaufstellung anderer Konzernteile voran. Die Abspaltung des SperrholzgeschÀfts unter dem Namen WISA wurde vor rund einem Monat genehmigt; seitdem verzeichnete die Aktie ein Plus von 6,1 Prozent.
Der Vollzug dieser Ausgliederung ist fĂŒr den 31. Oktober 2026 vorgesehen. Die Erstnotiz der neuen WISA-Aktien an der Börse soll nach aktuellen Planungen am 2. November 2026 erfolgen. AktionĂ€re von UPM-Kymmene sollen dabei fĂŒr jede gehaltene Stammaktie ein Papier des kĂŒnftig eigenstĂ€ndigen Furnierherstellers erhalten.
Ob diese Portfoliobereinigung ausreicht, um die Belastungen durch eine mögliche Blockade im Papierbereich auszugleichen, dĂŒrfte sich bis zum Ablauf der BrĂŒsseler Frist im November entscheiden.
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