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VanEck Semiconductor ETF: 21 Prozent unter Juni-Hoch nach Intel-Ausblick

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Intels Umsatzprognose für das vierte Quartal verfehlt den Analystenkonsens; die Branchenstimmung und der SMH-ETF geraten unter Druck.
Moderne Fertigungsanlage für Halbleiter mit Roboterarmen und Silizium-Wafern in einer Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der VanEck Semiconductor ETF steht am heutigen Freitag unter dem Eindruck enttäuschender Geschäftszahlen des Branchenriesen Intel. Die gestern Abend veröffentlichte Prognose des Chipherstellers löste eine Verkaufswelle aus, die nicht nur die Intel-Aktie massiv ins Minus drückte, sondern den gesamten Halbleitersektor sowie verwandte Technologie-Indizes mit nach unten riss.

Schwache Aussichten für das PC-Geschäft

Intel meldete für das dritte Quartal 2026 zwar einen Umsatz von 16,5 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht und über den Erwartungen der Analysten lag. Doch der Ausblick auf das laufende vierte Quartal enttäuschte den Markt tiefgreifend. Das Unternehmen rechnet nur noch mit Erlösen zwischen 15 und 16 Milliarden US-Dollar, während der Konsens bei über 17 Milliarden US-Dollar gelegen hatte.

Laut Angaben des Managements ist hierfür vor allem eine anhaltende Flaute im PC-Markt verantwortlich. Der Finanzvorstand von Intel warnte gestern, dass dieser Abschwung mindestens bis in die erste Jahreshälfte 2027 anhalten dürfte.

Zusätzlich belasten operative Rückschläge: Eine Explosion in einem Werk in Israel verursachte einen etwa zweiwöchigen Stillstand. Intel schätzt den daraus resultierenden Umsatzausfall auf insgesamt 600 Millionen US-Dollar, verteilt über zwei Quartale.

Folgen für den Sektor und den SMH-ETF

Die Schwäche von Intel strahlte unmittelbar auf den restlichen Sektor aus. Im nachbörslichen Handel verloren auch andere Schwergewichte wie AMD, Broadcom und Nvidia an Boden. Der breite Halbleiterindex hatte bereits den regulären Handel am Donnerstag mit Verlusten beendet und notiert nun rund 21 Prozent unter seinem Allzeithoch aus dem Juni.

Obwohl Marktbeobachter betonen, dass Intels spezifische Schwierigkeiten im PC-Sektor nicht zwingend auf die boomende Nachfrage nach KI-Chips bei anderen Herstellern übertragbar sind, leidet das allgemeine Sentiment. Die negative Stimmung wurde gestern durch schwache Quartalszahlen von Alphabet und Amazon verstärkt, was den Nasdaq 100 unter Druck setzte.

Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) zeigte in diesem Umfeld eine deutliche Zunahme bei Absicherungsgeschäften.

Analysten sehen kritische Phase für Chip-Werte

Die Experten von Morningstar reagierten auf die schwache Intel-Guidance und senkten den fairen Wert für das Papier von 105 auf 85 US-Dollar. Auch die Strategen von Morgan Stanley äußerten sich vorsichtig zum Gesamtmarkt. Zwar befinde sich die seit dem Sommer laufende Korrektur bei US-Aktien möglicherweise in der Schlussphase, doch ein finaler Ausverkauf bei Halbleiterwerten um weitere 10 bis 15 Prozent sei bis Mitte November nicht auszuschließen.

Kurzfristig bleibt die Volatilität jedoch hoch, da auch hohe Investitionen in Sachanlagen bei den großen Tech-Konzernen die Sorgen über die kurzfristige Profitabilität des KI-Booms befeuert haben.

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