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VanEck Semiconductor ETF: 8,54 Prozent Sprung nach Lam-Research-Zahlen

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Halbleiter-ETF verzeichnet einen kräftigen Tagesgewinn, nachdem starke Quartalszahlen und eine optimistische Prognose die Branche beflügeln.

VanEck Semiconductor ETF: Chipwerte erholen sich nach Milliarden-Ausverkauf
Nahaufnahme eines glänzenden Silizium-Wafers mit Mikrochip-Strukturen in einem technologischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF hat sich am Donnerstag mit einem Kurssprung von 8,54 Prozent auf 88,71 Euro eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Anstieg kommt nur wenige Tage nach einem massiven Ausverkauf in der Chipbranche, der laut Marktberichten rund eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet hatte. Auf 30-Tage-Sicht steht für den ETF dennoch weiterhin ein Minus von 14,26 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie heftig die Halbleiterwerte zuletzt zwischen Euphorie und Verkaufsdruck pendelten.

Starke Zahlen treiben die Rally

Auslöser der Erholung waren kräftige Quartalszahlen mehrerer Schwergewichte der Branche. Lam Research übertraf mit einem Gewinn je Aktie von 1,82 US-Dollar die Erwartungen von 1,69 US-Dollar deutlich und meldete einen Umsatz von 6,72 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen hob zudem seine Prognose für den weltweiten Fertigungsanlagenmarkt für 2026 auf einen niedrigen dreistelligen Milliardenbereich an. Die Aktie legte am Ausrichtungstag zeitweise um bis zu 23 Prozent zu.

Auch Microsoft lieferte einen entscheidenden Impuls: Das Cloud-Geschäft Azure überschritt erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und wuchs um 43 Prozent, das schnellste Tempo seit vier Jahren. Für das kommende Quartal stellte Finanzchefin Amy Hood eine weitere Beschleunigung in Aussicht. Parallel dazu warnte Samsung Electronics nach einem Rekordquartal vor einem Speicherengpass, der sich bis ins Jahr 2028 hinziehen dürfte – eine Aussage, die Speicherherstellern wie Micron und SanDisk zusätzlichen Rückenwind verschaffte.

Diese Gemengelage aus starken Auftragsbüchern und knapper werdenden Kapazitäten erklärt, warum der breit gestreute VanEck Semiconductor ETF binnen eines einzigen Handelstags so kräftig zulegen konnte. Zugleich zeigt der Blick auf die vergangenen Wochen, dass die Branche zuvor unter Druck geraten war: Der Börsengang des chinesischen Speicherherstellers CXMT in Shanghai sowie ein überraschend dissidenter Fed-Entscheid hatten Anfang der Woche noch für herbe Kursverluste bei Micron, AMD und SanDisk gesorgt.

Analysten zwischen Zuversicht und Warnung

Die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung gehen auseinander. Susquehanna-Analyst Christopher Rolland hob sein Kursziel für AMD auf 500 US-Dollar an und bestätigte seine positive Einstufung. Er begründet dies mit der starken Nachfrage nach den KI-Beschleunigern der Instinct-MI-Serie sowie den EPYC-Prozessoren, deren adressierbarer Markt bis 2030 auf 220 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.

Deutlich vorsichtiger äußert sich Sid Mokhtari von CIBC. Er verweist darauf, dass die bullische Stimmung unter Privatanlegern zuletzt von 45 auf 31 Prozent eingebrochen sei und der Volatilitätsindex VIX über die Marke von 20 gestiegen ist. Für den Halbleiterindex SMH sieht er das Risiko einer weiteren Korrektur, nachdem dieser unter die Marke von 580 US-Dollar gefallen war – mit einem möglichen Rückgang in eine Zone zwischen 460 und 480 US-Dollar. Mokhtari rät Anlegern in dieser Phase zu mehr Vorsicht und empfiehlt eher defensive, wenig volatile Titel.

Volatile Wochen mit weiteren Terminen voraus

Die Schwankungsbreite der jüngsten Handelstage dürfte anhalten. In der kommenden Woche stehen mit den Quartalszahlen von onsemi am 3. August, AMD am 4. August und SanDisk am 5. August gleich mehrere Termine an, die erneut größere Kursbewegungen bei den im ETF enthaltenen Werten auslösen könnten. Für Anleger im VanEck Semiconductor ETF bleibt die Botschaft der vergangenen Tage damit dieselbe: Auf starke Rücksetzer folgen ebenso kräftige Erholungen, solange die strukturelle Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz und Speicherlösungen intakt bleibt.

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