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VanEck Semiconductor ETF: Erholung nach 13,75 Prozent Monatsverlust

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 12:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Starke Cloud-Ergebnisse von Microsoft und Amazon beflügeln Halbleiterwerte. Der VanEck Semiconductor ETF steigt leicht, bleibt aber unter den jüngsten Höchstständen.

VanEck Semiconductor ETF: Chip-Sektor erholt sich nach Cloud-Zahlen
Ein hochmoderner Halbleiter-Wafer in einem Reinraum, der die technologische Basis für Halbleiter-ETFs symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Chip-Aktien hatten eine brutale Woche hinter sich. Dann kamen Microsoft und Amazon mit ihren Quartalszahlen — und der Sektor drehte.

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF schloss am Freitag bei 89,23 Euro, ein Plus von 0,92 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Minus von 4,45 Prozent stehen. Über den Monat gerechnet hat der Fonds sogar 13,75 Prozent verloren.

Cloud-Zahlen lösen Kaufwelle aus

Der Auslöser für die Erholung kam nicht aus dem Halbleitersektor selbst. Microsoft sprang am Donnerstag um 16 Prozent, nachdem das Cloud-Geschäft Azure deutlich stärker wuchs als erwartet. Amazon legte am Freitag um 11 Prozent zu, getrieben von starken Umsätzen im eigenen Cloud-Geschäft.

Beide Berichte zeigten dasselbe Muster: Die Tech-Konzerne stecken massiv Geld in KI-Infrastruktur. Das befeuerte auch Chip-Aktien, obwohl die Anleiherenditen zeitgleich auf Mehrjahreshochs kletterten.

Die Erleichterung folgte auf eine schwere Verkaufswelle. Der iShares Semiconductor ETF war seit seinem Hoch am 22. Juni um rund 25 Prozent gefallen. Der gehebelte Direxion Daily Semiconductor Bull 3X Shares verlor im selben Zeitraum fast zwei Drittel seines Werts.

Verschärft hatte sich der Ausverkauf, nachdem SK Hynix seine Zahlen vorlegte. Südkoreas Kospi-Index brach daraufhin zeitweise um 13 Prozent ein, bevor Schnäppchenjäger den Verlust auf 6 Prozent begrenzten. Auch das US-Pendant des VanEck-Fonds geriet unter Druck: Der VanEck Semiconductor ETF verlor am Montag mehr als 2 Prozent.

Warum Nvidia nicht dominiert

Die Zusammensetzung des Fonds erklärt einen Teil der Kursbewegungen. AMD führt das Portfolio mit 10,33 Prozent an, vor Broadcom mit 9,57 Prozent und Micron mit 9,39 Prozent. TSMC folgt mit 8,75 Prozent. Nvidia liegt trotz seiner enormen Marktkapitalisierung nur bei 8,40 Prozent.

Ein Fondsmanager mit freier Hand hätte Nvidia vermutlich einen deutlich größeren Anteil zugestanden. Das Regelwerk des Index verhindert das.

Diese Konstruktion hat sich in diesem Jahr ausgezahlt. Micron explodierte um 223 Prozent, getrieben von Engpässen bei HBM-Speicherchips. AMD kletterte um 144 Prozent nach einem großen Auftrag von Meta. Der Fonds lief also auch ohne Nvidia als Zugpferd stark.

Ein Risiko bleibt trotzdem bestehen. TSMC und ASML machen zusammen fast 17 Prozent des Portfolios aus. Eine einzige Schlagzeile zur Lage in der Taiwan-Straße kann damit einen großen Teil des Fonds auf einen Schlag treffen.

Nervöser Markt, stabile Zuflüsse

Der Chief Investment Officer für Aktien bei Standard Chartered ordnet die Verkaufswelle zu Wochenbeginn anders ein. Medienberichte über Chinas Ambitionen bei Speicherchips und Lithografie-Anlagen hätten die Stimmung zusätzlich belastet. Der langfristige Ausblick bleibe aber intakt: "Der Markt ist groß genug, damit mehrere Anbieter gleichzeitig profitieren und nebeneinander bestehen können."

Auch das Verhältnis zum breiteren Tech-Sektor hat sich verschoben. Der iShares Expanded Tech-Software ETF und der iShares Semiconductor ETF bewegten sich in 32 der vergangenen 60 Handelstage in entgegengesetzte Richtungen — der höchste Wert seit Auflage beider Fonds im Jahr 2001. Die 60-Tage-Korrelation ist von einem langjährigen Schnitt um 0,75 auf nahezu null gefallen. Chip-Aktien und Software-Werte laufen derzeit also weitgehend unabhängig voneinander.

Das Kapital fließt trotz der Turbulenzen weiter in den Sektor. US-Halbleiter-ETFs zogen 2026 über 46 Milliarden US-Dollar an frischem Geld an — ein neuer Jahresrekord, der die kumulierten Zuflüsse aller Jahre seit 2017 ungefähr verdoppelt.

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF notiert derzeit rund 27 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 70,14 Euro, aber knapp 9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 98,00 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, erreicht am 30. Juni, fehlen noch fast 20 Prozent. Die Jahresperformance von 67,51 Prozent zeigt: Trotz des scharfen Rückschlags im Juli bleibt der Sektor einer der stärksten Trades des Jahres.

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