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VanEck Semiconductor ETF: SOX verliert 20,6 Prozent im Juli

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chip-ETFs erholen sich nach historischem Juli-Einbruch. Intel und Micron treiben Rally, während Analysten über die Zukunft des KI-Trades uneins sind.

Halbleiter-ETF erholt sich: Chip-Branche nach historischem Juli-Ausverkauf im Aufwind
Detailaufnahme eines glühenden Silizium-Wafers mit komplexen Mikrochip-Schaltkreisen in blauem und goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF hat den Handel am Dienstag mit einem Kurssprung von 6,47 Prozent auf 94,82 Euro beendet. Der Rücksetzer der vergangenen Wochen ist damit nicht ausgeglichen: Auf Sicht von 30 Tagen steht für das Papier noch immer ein Minus von 5,84 Prozent, während die vergangenen sieben Handelstage ein deutliches Plus zeigten. Die Halbleiterbranche hat damit binnen kurzer Zeit zwei völlig unterschiedliche Marktphasen durchlaufen – einen historischen Ausverkauf und eine ebenso heftige Erholung.

Wilder Ritt nach dem schwächsten Monat seit 2008

Im Juli hatte der Philadelphia Semiconductor Index rund 20,6 Prozent verloren – der schwächste Monat seit Oktober 2008 und ein Wertverlust von etwa 2,2 Billionen US-Dollar. Alle 30 Indexmitglieder schlossen im Minus, mehr als die Hälfte verlor über 25 Prozent. Paradoxerweise flossen im selben Monat Rekordsummen von mehr als 6 Milliarden US-Dollar in Halbleiter-ETFs – Anleger kauften also mitten in den Kurssturz hinein. Diese Wette scheint sich auszuzahlen: In den vergangenen vier Handelstagen legte der zugrunde liegende Index seine beste Rally seit März 2020 hin.

Am Dienstag trieben mehrere Einzelereignisse die Erholung an. Intel sprang um 11,3 Prozent auf 101,32 US-Dollar, nachdem das Unternehmen Fortschritte bei seiner Fabrik in Ohio und bei der Packaging-Technologie EMIB-T meldete, die mit einer Ausbeute nahe 90 Prozent und rund 50 Prozent geringeren Kosten als das Verfahren von TSMC aufwarten soll. Micron kletterte um 7,6 Prozent auf 892,67 US-Dollar, gestützt von einem Quartalsgewinn pro Aktie von 25,11 US-Dollar bei einem Analystenkonsens von lediglich 21,39 US-Dollar sowie einem Umsatzsprung von 345,8 Prozent im Jahresvergleich. Hinzu kam Entspannung an der Ölfront: US-Finanzminister Bessent deutete einen möglichen Deal mit Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus an, was Brent-Rohöl um rund 5 Prozent drückte und Risikoappetit in den gesamten Technologiesektor zurückbrachte. Der S&P 500 markierte im selben Zug ein neues Allzeithoch.

Nicht alle Signale waren eindeutig positiv. AMD, ebenfalls ein Bestandteil des Halbleitersegments, meldete einen Rekordumsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von einem auf 6,7 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelten Rechenzentrumsgeschäft. Die Aktie fiel dennoch nachbörslich um rund 7 bis 9 Prozent, weil die Umsatzprognose für das dritte Quartal von rund 13 Milliarden US-Dollar den Analystenkonsens von 12,52 Milliarden nur knapp übertraf und Anleger offenbar mehr Substanz für ihre hohen Erwartungen an das KI-Geschäft verlangten.

Leveraged-Produkte trotz Achterbahnfahrt gefragt

Die extremen Ausschläge haben den Anbieter REX Shares nicht abgeschreckt, sondern offenbar erst motiviert: Am Dienstag brachte das Unternehmen mit SMHU und SMHD zwei neue ETNs auf den Markt, die eine drei- beziehungsweise minus dreifache Hebelwirkung auf den VanEck Semiconductor ETF abbilden. Die Produkte kommen mit einer Kostenquote von 70 Basispunkten und einem vollständigen Gebührenerlass für die ersten sechs Monate. Der Vorstoß zeigt, wie stark institutionelles wie privates Kapital weiterhin auf Halbleiterwerte setzt – trotz oder gerade wegen der Volatilität, die zuletzt an allen 22 Julihandelstagen Tagesschwankungen von mindestens 2 Prozent produzierte.

Analysten uneins über die nächste Phase des KI-Trades

Auch unter den großen Häusern gehen die Meinungen auseinander. JPMorgan bevorzugt nach eigener Aussage Halbleiterwerte wie Nvidia, Broadcom und AMD gegenüber den Cloud-Konzernen, während Morgan Stanley-Chefstratege Mike Wilson im Gegenzug eine Outperformance der Hyperscaler wie Microsoft und Alphabet erwartet. Diese Debatte um die Kapitalverteilung innerhalb der KI-Wertschöpfungskette dürfte für Anleger im VanEck Semiconductor ETF von Bedeutung bleiben, da der Fonds stark auf die Chip-Seite dieser Rechnung ausgerichtet ist. Die kommenden Wochen mit weiteren Quartalszahlen aus der Branche werden zeigen, ob die Erholung der vergangenen Tage tragfähig ist oder ob die Nervosität nach dem heftigen Julieinbruch zurückkehrt.

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