VEU ETF: 129,9 Mio. US-Dollar Zuflüsse im August
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anleger setzen verstärkt auf Aktienmärkte außerhalb der Vereinigten Staaten und sorgen beim Vanguard All-World ex-US Shares Index ETF (VEU) für ein deutliches Wachstum.
Im abgelaufenen Monat August verzeichnete der Fonds ein hohes Investoreninteresse, während Anteilsrückgaben vollständig ausblieben. Damit positioniert sich der ETF als zentrales Instrument für Investoren, die angesichts steigender Volatilität an den US-Börsen ihre Portfolios breiter diversifizieren möchten.
Rekordverdächtige Nachfrage im August
Die jüngsten Zahlen zum Mittelaufkommen unterstreichen die aktuelle Beliebtheit des börsengehandelten Indexfonds. Allein im August wurden 1.080.000 neue Hinterlegungsscheine (CDIs) für den Handel an der australischen ASX AQUA ausgegeben. Dies entspricht einem Kapitalzufluss von 129.944.600 US-Dollar. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass im selben Zeitraum keine Rücknahmen erfolgten.
Die Struktur des Fonds bietet Anlegern Zugang zu einem breiten Spektrum von 3.850 bis 4.050 Einzeltiteln weltweit, wobei US-Unternehmen explizit ausgeschlossen sind. Ein wesentlicher Treiber für die Nachfrage dürfte die Kostenstruktur sein.
Die Gesamtkostenquote (MER) liegt im September 2026 bei lediglich 0,04 Prozent pro Jahr. Im direkten Vergleich zu technologieorientierten Indizes wie dem Nasdaq-100, der oft höhere Gebühren aufruft, bietet dieser ETF eine kosteneffiziente Basis für die globale Asset-Allokation.
Experten erwarten Outperformance gegenüber US-Aktien
Das Marktumfeld spricht derzeit für eine stärkere Gewichtung internationaler Titel. Während US-Softwarehersteller zuletzt unter dem zunehmenden Wettbewerb im Bereich der Künstlichen Intelligenz litten, zeigen sich globale Märkte widerstandsfähig.
Die Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass Aktien außerhalb der USA im laufenden Jahr 2026 eine Outperformance erzielen werden. Bereits im ersten Halbjahr zeigte sich dieser Trend: Während der S&P 500 seit Jahresbeginn um 13 Prozent zulegte, kam der MSCI ACWI auf ein Plus von 14 Prozent.
Auch langfristige Prognosen stützen diesen Ansatz. Laut Einschätzungen von Vanguard wird für globale Aktien über einen Zeitraum von 30 Jahren eine jährliche Rendite zwischen 5,9 und 7,9 Prozent erwartet. Für den US-Markt liegen die Erwartungen mit 4,7 bis 6,7 Prozent deutlich niedriger.
Ein Grund für diesen Optimismus ist die Bewertung. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) am US-Markt zuletzt bei über 23 lag, weisen internationale Portfolios oft einen Abschlag von rund 22 Prozent auf.
Marktrisiken und technische Verfassung
Trotz der positiven Zuflüsse bleibt das makroökonomische Umfeld herausfordernd. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise zuletzt stark ansteigen lassen, wobei die Sorte Brent zeitweise die Marke von 98 US-Dollar pro Barrel erreichte.
Diese Entwicklung schürt Inflationssorgen und erhöht den Druck auf die Notenbanken. Für die kommende Sitzung der US-Notenbank Fed Mitte September preist der Markt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent für eine weitere Zinserhöhung ein.
Technisch zeigt sich das Papier dennoch in einer robusten Verfassung. Gestern schloss der ETF im deutschen Handel bei 74,05 Euro. Damit notiert der Kurs nur knapp unter seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch von 74,60 Euro, das am 22. Juni erreicht wurde.
Der Abstand zu dieser Rekordmarke beträgt lediglich 0,7 Prozent. Sollte die Dynamik der Mittelzuflüsse anhalten und sich die Erwartungen an eine Outperformance der globalen Märkte bestätigen, könnte ein Ausbruch über diesen Widerstand bevorstehen.
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