Volkswagen Aktie: 2,16 Millionen Fahrzeuge zum Schraubentausch
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 09:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf den Volkswagen-Konzern rollt eine weltweite Serviceaktion zu. Nach internen Qualitätskontrollen müssen Millionen Fahrzeuge verschiedener Konzernmarken wegen eines potenziellen Korrosionsproblems an der Lenkung in die Werkstätten. Am Kapitalmarkt reagierten die Anleger verhalten: Die im DAX notierte Vorzugsaktie schloss gestern bei 71,90 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Kursrückgang von 31 Prozent.
Schraubentausch bei mehreren Konzernmarken
Gestern informierten der Hersteller und das Kraftfahrt-Bundesamt über die vorsorgliche Maßnahme. Betroffen sind die Kernmarke Volkswagen, die Tochtergesellschaft Audi sowie Modelle von Seat und der tschechischen Schwestermarke Skoda.
Die betroffenen Fahrzeughalter werden benachrichtigt, um die Verschraubung am Lenkgetriebe überprüfen und austauschen zu lassen. Nach Angaben des Konzerns und der Zulassungsbehörde sind im Zusammenhang mit dem Bauteil bislang weder Personen- noch Sachschäden registriert worden.
Allein bei der Marke Volkswagen umfasst die Aktion weltweit fast 2,16 Millionen Fahrzeuge der Baureihen Golf, Tiguan, Touran und Caddy. Bei Audi betrifft der Rückruf rund 700.000 Fahrzeuge des Modells Q3. Der spanische Ableger Seat beordert rund 224.000 Exemplare der Modellreihen Ateca und Tarraco zur Überprüfung.
Der Hintergrund der Aktion ist ein mögliches Sicherheitsrisiko bei älteren Fahrzeugen. Unter langjährigem Einfluss von Feuchtigkeit und Streusalz kann eine Befestigungsschraube an der Lenkung korrodieren. Im Extremfall könnte der Bolzen brechen, was den Ausfall der Lenkunterstützung nach sich ziehen kann.
Nach Unternehmensangaben ist eine sofortige Stilllegung der Fahrzeuge jedoch nicht erforderlich. In den Vertragswerkstätten wird das Bauteil kostenlos durch eine korrosionsbeständige Schraube ersetzt, wofür bis zu einer Stunde Arbeitszeit veranschlagt wird.
Anhaltender Handlungsdruck bei den Gemeinkosten
Die operative Belastung durch den Massenrückruf trifft das Unternehmen in einer ohnehin fordernden Umbauphase. Konzernchef Oliver Blume bezifferte die Gemeinkosten von Volkswagen intern auf rund 20 Prozent über dem Niveau relevanter Wettbewerber.
Um Kosten zu dämpfen, greift der Konzern tiefer in die bestehenden Strukturen ein.
Zudem lasten die jüngsten Ergebnisbelastungen weiter auf der Stimmung. Vor rund zwei Wochen führten Restrukturierungskosten und Stellenabbaupläne zu neuen Debatten, seither verlor die Aktie 11,6 Prozent an Wert. Gleichzeitig drücken milliardenschwere Abschreibungen auf das Konzernergebnis.
Porsche plant, seine überarbeitete Strategie am 7. Oktober auf einem Kapitalmarkttag zu präsentieren. Für das Volkswagen-Management bleibt die Herausforderung bestehen, die ausufernden Strukturkosten zu senken und parallel Qualitätsrisiken der bestehenden Modellpalette abzuarbeiten.
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