Vonovia Aktie: EBITDA steigt auf 1,46 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 01:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vonovia hat am Mittwoch seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt – und der Markt reagiert verhalten. Die Aktie des größten deutschen Wohnungskonzerns verliert am Berichtstag 2,08 Prozent und notiert bei 21,15 Euro, nachdem sie am Dienstag noch bei 21,60 Euro geschlossen hatte. Damit bleibt das Papier weit von seinem 52-Wochen-Hoch von 29,24 Euro entfernt, das im August vergangenen Jahres erreicht wurde – der Abstand beträgt 27,67 Prozent.
Mietwachstum treibt operatives Ergebnis
Operativ zeigt sich der Konzern robust. Das bereinigte EBITDA stieg im ersten Halbjahr um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, pro forma sogar um 6,4 Prozent. Treiber war die Miete: Sie kletterte um 3,5 Prozent auf 8,51 Euro pro Quadratmeter, in Deutschland auf 8,32 Euro. Organisch wuchsen die Mieteinnahmen um 3,6 Prozent. Der Berliner Mietspiegel, der im Mai in Kraft trat und Erhöhungen für Vermieter von bis zu 70 Euro im Monat erlaubt, lieferte dabei einen wichtigen Impuls. Das Immobilienportfolio umfasst nach den jüngsten Zahlen 528.000 Wohnungen, rund 5.000 weniger als zuvor, bei einem Verkehrswert von 85,7 Milliarden Euro – ein Plus von 1,1 Prozent. Das werthaltige Value-Add-Segment legte beim EBITDA sogar um 27,6 Prozent auf 128,5 Millionen Euro zu.
Unter dem Strich schmälerten jedoch steigende Finanzierungskosten das Ergebnis. Das bereinigte Aktionärsergebnis sank um 4,9 Prozent auf 771,6 Millionen Euro, je Aktie entspricht das 0,91 Euro nach einem Rückgang von 7,7 Prozent. Finanzvorstand Philip Grosse erklärte, die Finanzierungskosten hätten sich im ersten Halbjahr erwartungsgemäß entwickelt und stiegen um 40 Millionen Euro auf 406 Millionen Euro gegenüber 363 Millionen Euro im Vorjahr. Vonovia habe das Zinsrisiko proaktiv gemanagt: Eine Refinanzierung über 4,4 Milliarden Euro sei bereits umgesetzt, Anleihefälligkeiten für 2027 und 2028 seien abgedeckt.
Verkaufsgeschäft bleibt Bremsklotz
Während die Vermietung läuft, hakt es beim Portfolioverkauf. Vonovia veräußerte im ersten Halbjahr Immobilien im Volumen von 700 Millionen Euro, davon wurden erst 400 Millionen Euro tatsächlich abgeschlossen. Der Konzern selbst bezeichnete das Vertriebsgeschäft als herausfordernd. Für das Gesamtjahr hält das Management gleichwohl an seinen Zielen fest: Das EBITDA soll 2026 zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Ergebnis zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis bei mindestens 1,9 Milliarden Euro. Bis 2028 will Vonovia zudem seine Schulden um 5 Milliarden Euro reduzieren. Als Belastungsfaktoren für den insgesamt vorsichtigen Ausblick nannte der Konzern laut der FAZ die Lage im Nahen Osten und den Zinsanstieg.
Analysten bleiben trotz Kursverlust optimistisch
Trotz des schwächelnden Aktienkurses zeigen sich die großen Analysehäuser unbeeindruckt. JPMorgan beließ Vonovia nach den Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 34,50 Euro. Analyst Neil Green begründete das mit dem überzeugenden Vermietungsgeschäft; die Ergebnisprognosen für 2026 und 2028 seien bestätigt worden, lediglich das Verkaufsumfeld bleibe schwierig. Jefferies stufte die Aktie ebenfalls auf "Buy" ein, allerdings mit einem deutlich niedrigeren Kursziel von 30 Euro. Das Analysehaus bezeichnete das erste Halbjahr als "weitgehend ereignisarm" und richtete den Blick auf eine gesenkte Schätzung für das organische Mietwachstum im Gesamtjahr.
Politischer Rückenwind aus Berlin
Neben den Zahlen sorgte auch eine politische Entwicklung für Aufmerksamkeit. Vonovia-Chef Luka Mucic begrüßte ein geplantes Enteignungsverbot für Mietwohnungsbestände als "wichtiges Signal". Der Koalitionsausschuss aus CDU, CSU und SPD hatte sich Anfang Juli auf ein entsprechendes Bundesgesetz verständigt. Für Vonovia ist das Thema besonders relevant: In Berlin hält der Konzern gemeinsam mit der Tochter Deutsche Wohnen rund 138.000 Wohnungen – ein Bestand, der in der Hauptstadt immer wieder Ziel von Enteignungsdebatten war. Die Aussicht auf gesetzliche Absicherung dürfte Anleger langfristig beruhigen, auch wenn sie an der kurzfristigen Kursreaktion auf die Halbjahreszahlen nichts ändert.
Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
