Vonovia Aktie: Jefferies senkt Kursziel auf 28,50 Euro
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vonovia hat am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorgelegt, und das Bild bleibt zweigeteilt: Das operative GeschĂ€ft lĂ€uft rund, doch die Zinslast drĂŒckt weiter auf den Gewinn. Der gröĂte deutsche Wohnungskonzern steigerte das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2026 um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis fĂŒr die AktionĂ€re sank dagegen um 4,9 Prozent auf 771,6 Millionen Euro â ein Beleg dafĂŒr, dass steigende Mieteinnahmen die Refinanzierungskosten bislang nicht vollstĂ€ndig ausgleichen.
Vermietung trÀgt, Neubau bleibt schwach
Das KerngeschĂ€ft Vermietung wuchs um 3,5 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro EBITDA. Die Ist-Miete kletterte im Konzern um 3,5 Prozent auf 8,51 Euro pro Quadratmeter, in Deutschland auf 8,32 Euro. Der Leerstand liegt bei niedrigen 2,3 Prozent, die Zahlungsquote bei 99,6 Prozent â Vonovia bekommt seine Mieten also nahezu vollstĂ€ndig eingetrieben. AuffĂ€llig war das Value-add-Segment, das um 27,6 Prozent auf 128,5 Millionen Euro zulegte. Das NeubaugeschĂ€ft dagegen kam nur auf 20,1 Millionen Euro EBITDA, nachdem im Vorjahreszeitraum ein GrundstĂŒcksverkauf ĂŒber 53 Millionen Euro das Ergebnis noch kĂŒnstlich aufgeblĂ€ht hatte.
Auf der Finanzierungsseite refinanzierte Vonovia im Halbjahr 4,4 Milliarden Euro zu einem durchschnittlichen Kupon von 3,2 Prozent und einer Laufzeit von acht Jahren, ergĂ€nzt um eine Wandelanleihe ĂŒber 850 Millionen Euro. Beim Verkaufsprogramm kamen 400 Millionen Euro der geplanten 700 Millionen Euro bereits unter Dach und Fach. Der Wohnungsbestand summiert sich weiterhin auf 528.370 Einheiten. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 hĂ€lt der Konzern an seiner EBITDA-Prognose von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro fest.
Analysten bleiben bei Kaufempfehlung, senken aber Erwartungen
Die Reaktion der Analysten fiel verhalten positiv aus. Jefferies bestĂ€tigte zwar die Einstufung "Buy", senkte das Kursziel jedoch von 30 auf 28,50 Euro. Analyst Pierre-Emmanuel Clouard brachte die Stimmung mit dem Satz "Ein neues Quartal, dieselbe Frustration" auf den Punkt und begrĂŒndete die Anpassung mit einem moderat gesenkten organischen Mietwachstum. Die Jahresziele seien erreichbar, hingen aber stark davon ab, ob Vonovia im zweiten Halbjahr bei VerkĂ€ufen und im EntwicklungsgeschĂ€ft mehr Dynamik zeigt.
Deutsche Bank Research bekrĂ€ftigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 26 Euro und bezeichnete den Quartalsbericht als neutral, lobte aber die Fortschritte beim Verkaufsprogramm. Beide HĂ€user signalisieren damit trotz der Ergebnisbelastung durch Finanzierungskosten weiterhin Vertrauen in die operative Substanz des Konzerns â die Kurszielsenkung bei Jefferies zeigt jedoch, dass die Geduld der Anleger mit dem schleppenden Verkaufstempo nachlĂ€sst.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse kam die Nachricht zunĂ€chst kaum an: Die Aktie tendierte am Berichtstag nahezu unverĂ€ndert. Heute rutscht das Papier jedoch um 1,56 Prozent auf 20,82 Euro ab und bewegt sich damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 21,00 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 29,24 Euro, das Vonovia im vergangenen August erreichte, betrĂ€gt der Abstand inzwischen 28,80 Prozent. Der Wohnungskonzern bleibt damit ein Beispiel dafĂŒr, wie stark die Immobilienbranche weiterhin unter dem Zinsumfeld leidet, selbst wenn die operativen Kennziffern â Mietwachstum, Leerstand, Zahlungsquote â solide ausfallen. Die nĂ€chsten Quartalszahlen sind fĂŒr den 4. November angesetzt, dann dĂŒrfte sich zeigen, ob das angepeilte Verkaufsvolumen tatsĂ€chlich erreicht wird.
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