Walmart Aktie: Grillbürsten zurückgerufen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 23:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Stück Draht im Burger: Walmart ruft rund 4,5 Millionen Grillbürsten zurück. Die Eigenmarke "Expert Grill" birgt ein Verletzungsrisiko, das im schlimmsten Fall chirurgisch behandelt werden muss.
Drahtborsten können sich lösen
Betroffen sind Bürsten mit schwarzem Kunststoff- oder Edelstahlgriff, teils mit angebautem Metallschaber. Die Produkte stammen aus China und standen von Januar 2021 bis August 2026 in den Regalen und im Onlinehandel. Die Preise lagen zwischen 1 und 28 Dollar.
Das Problem: Kleine Metallborsten können sich lösen und am Grillrost oder im Grillgut haften bleiben. Wer sie verschluckt, riskiert schwere innere Verletzungen. Vorfälle sind laut der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC bislang nicht bekannt.
Kunden sollen die Bürsten sofort nicht mehr benutzen. Walmart erstattet den Kaufpreis oder gewährt eine Gutschrift für Filialen und Onlineshop.
Es ist nicht der erste Rückruf in diesem Herbst. Anfang September nahm der Konzern bereits gefrorene Bio-Beeren der Eigenmarke Great Value aus dem Verkauf, die in 16 Bundesstaaten mit E. coli belastet sein könnten. Hinzu kommt ein Rückruf von Fettuccine der Marke Bettergoods, die der Lieferant Gias Foods zurückzieht.
FTC-Vergleich stärkt kleine Händler
Parallel dazu rückt Walmart in einem Kartellverfahren am Rand ins Blickfeld, ohne selbst Partei zu sein. Der Spirituosenhändler Southern Glazer's einigt sich mit der Handelsbehörde FTC auf Preisgrenzen. Der größte US-Distributor muss künftig verhindern, dass er großen Abnehmern deutlich bessere Konditionen einräumt als unabhängigen Läden in der Nähe.
Die Auflagen gelten sechs Jahre in 26 Bundesstaaten und werden von einem Aufseher überwacht. Die FTC hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Ketten wie Walmart, Costco und Kroger bevorzugt zu haben. Southern Glazer's wies den Vorwurf stets zurück.
Die Behörde beschäftigt sich im Vorfeld der Zwischenwahlen verstärkt mit Verbraucherpreisen. Sie prüft unter anderem eine Regel gegen irreführende Gebühren bei Lebensmitteln und Lieferdiensten. Der Fall stützt sich auf den Robinson-Patman Act von 1936. Für Walmart sind aus dem Vergleich keine direkten Folgen erkennbar, er zeigt aber, dass Preisvorteile großer Handelsketten stärker unter behördlicher Beobachtung stehen.
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