Warner Bros. Discovery (A) Aktie: Kalifornien lenkt ein
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 14:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Wochenende voller Verhandlungen hat die Übernahmeschlacht um Warner Bros. Discovery in eine neue Phase gebracht. Berichten zufolge haben Paramount und Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta konkrete Fortschritte bei den Vergleichsgesprächen erzielt — die Aktie reagierte prompt mit einem Kurssprung.
Die Investoren feierten die Nachricht: Warner-Bros.-Discovery-Papiere zogen im nachbörslichen Handel deutlich an, Paramount-Aktien ebenfalls. Der Markt wertet die Entwicklung als klares Signal, dass die 81 Milliarden Dollar schwere Fusion näher an ihr Ziel rückt als noch vor wenigen Tagen.
Zugeständnisse mit Preisschild
Im Zentrum der Gespräche steht ein Zugeständnis von Paramount: eine Investition von 1,5 Milliarden Dollar in Film- und TV-Produktion innerhalb Kaliforniens. Dazu kommt die Zusage, keines der beiden Studiogelände zu verkaufen und den Betrieb im Bundesstaat zu halten — Paramount hatte zuvor über eine Verlagerung aus Kalifornien nachgedacht, während der Widerstand gegen die Fusion wuchs.
Verhandelt wird zudem über Strafmechanismen für den Fall, dass Paramount sein früheres Versprechen von 30 Kinofilmen pro Jahr nach dem Zusammenschluss nicht einhält. Im Raum steht dabei sogar eine mögliche Pflicht zur Abgabe der Beteiligung an Miramax, dem Studio hinter "Pulp Fiction". Bloomberg berichtete separat, dass für jeden nicht gelieferten Film eine Strafe von bis zu 30 Millionen Dollar drohen könnte.
Weitere Gesprächspunkte betreffen den möglichen Verkauf bestimmter Kabelkanäle sowie die Einrichtung eines Gremiums, das die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN absichern soll. CNN war während der gesamten Übernahmebemühungen von Paramount-Chef David Ellison immer wieder Streitpunkt in der politischen Debatte.
Eine Klage von zwölf demokratisch geführten Bundesstaaten unter Führung Bontas hatte die Fusion im Juli aus kartellrechtlichen Gründen blockieren wollen — die Kläger befürchteten eine zu starke Konzentration von Marktmacht bei Kino- und Kabelfernsehen. Separat klagt auch die Writers Guild of America, weil sie durch den Zusammenschluss weniger Jobchancen für Drehbuchautoren in Hollywood sieht.
Ein endgültiges Abkommen steht noch aus, die konkreten Bedingungen bleiben Verhandlungssache. Sollten sich Paramount und die Klägerstaaten in den kommenden Tagen auf die California-Zugeständnisse einigen, wäre eine der letzten großen juristischen Hürden für die Fusion aus dem Weg geräumt.
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