Webull Aktie: US-Ausschuss stuft als Sicherheitsrisiko ein
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Parlamentsbericht aus Washington setzt Webull schwer unter Druck: Die Aktie des Online-Brokers verliert heute 19 Prozent an Wert und fällt auf 5,26 Euro. Auslöser des Kurssturzes ist ein Bericht des US-Repräsentantenhaus-Ausschusses zu China. Das Gremium stuft das Unternehmen als potenzielles Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ein.
Schwere Vorwürfe aus Washington
Der zuständige Ausschuss des US-Kongresses sieht weitreichende Verflechtungen zwischen dem Broker und China. Dem Bericht zufolge sind die Eigentümerstruktur, die technische Belegschaft, die Infrastruktur sowie die Finanzierung und Compliance des Unternehmens strukturell mit China verbunden. Zudem monieren die Abgeordneten grenzüberschreitende Datenflüsse, die Sicherheitsbedenken aufwerfen.
Webull trat den Anschuldigungen umgehend entgegen. Wie Reuters meldete, wies das Unternehmen die Darstellungen zurück und erklärte, der Parlamentsbericht enthalte erhebliche Ungenauigkeiten sowie unbegründete Schlussfolgerungen.
Nach Unternehmensangaben werden Daten von Kunden aus den USA auf Servern im Inland gespeichert, während der Zugriff auf sensible Kundendaten ausschließlich von US-Personal kontrolliert werde. An den Finanzmärkten sorgte der Vorgang dennoch für deutliche Verunsicherung, was die Marktkapitalisierung des Brokers auf 2,58 Milliarden Euro drückte.
Analyst setzt Bewertung vorerst aus
Die politischen Vorwürfe zeigen erste Folgen an der Wall Street. Laut Reuters setzte Analyst Brian Vieten von Siebert Financial am heutigen Mittwoch seine Kaufempfehlung sowie das Kursziel für Webull aus.
Vieten begründete diesen Schritt mit der gestiegenen Unsicherheit über mögliche regulatorische und operative Konsequenzen, die sich aus den Feststellungen des Parlamentsausschusses ergeben könnten. Solange unklar bleibt, ob und welche behördlichen Schritte den Broker treffen, ziehen sich Marktbeobachter vorerst zurück.
Transaktionen und operative Schritte im Vorfeld
Der Kurseinbruch trifft das Unternehmen in einer ohnehin bewegten Phase. Erst am Montag veräußerte Anthony Denier, Präsident und Director von Webull, ein Aktienpaket von 53.846 Class-A-Aktien. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines bereits am 26. Mai 2026 aufgesetzten Handelsplans nach US-Vorschrift Rule 10b5-1.
Operativ hatte Webull in den vergangenen Tagen noch versucht, mit Wachstumsinitiativen Akzente zu setzen. Am 1. Oktober gab der Konzern bekannt, dass er die neue Investmentplattform MOUM des Partners Meritz Securities mit Technologie unterstützt.
Am 2. Oktober kündigte Webull zudem eine strategische Partnerschaft mit der Plattform X an, um Börseninformationen mit der hauseigenen Investmenttechnologie zu verknüpfen. Diese operativen Ausbauschritte rücken nach den Vorwürfen aus Washington jedoch vorerst in den Hintergrund.
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