XPeng, Aktie

XPeng Aktie: JPMorgan kürzt Kursziel drastisch

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz höherer Auslieferungen im Quartal bleibt XPeng unprofitabel; JPMorgan senkte das Kursziel auf 11,50 US-Dollar.

XPeng-Aktie unter Druck: Absatzplus trifft auf Verluste und Kurszielsenkung
Moderne Ladestation für Elektrofahrzeuge in einer urbanen Umgebung bei Dämmerung, symbolisiert den Automobilsektor. Illustration mit AI erstellt.

Mehr als 41.000 ausgelieferte Fahrzeuge im September klingen auf den ersten Blick nach einer soliden Bilanz. Doch an den Finanzmärkten verpuffen solche Absatzzahlen inzwischen wirkungslos. Die Anleger verlangen nach Jahren des verlustreichen Wachstums endlich operative Erträge und verlässliche Margen statt reiner Stückzahlrekorde.

Für mich zeigt die jüngste Kursentwicklung schonungslos, wie dünn das Eis für chinesische Elektroautobauer geworden ist. Der vorbörsliche Kurs von 8,26 Euro liegt heute nur noch 0,7 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,20 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Papier bereits auf 54 Prozent. Diese anhaltende Talfahrt ist kein bloßer Zufall, sondern das Resultat wachsender Skepsis gegenüber dem Geschäftsmodell.

Der September offenbart strukturelle Bremsspuren

Im September brachte XPeng 41.256 Fahrzeuge auf die Straße. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das zwar ein Plus von gut fünf Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat steht jedoch ein Rückgang von knapp einem Prozent zu Buche. Auch das dritte Quartal 2026 zeigt mit 118.390 Auslieferungen und einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein scheinbar intaktes Volumen.

Hinter diesen Zuwächsen verbirgt sich jedoch eine ernüchternde Realität. Wie Dow Jones berichtet, blieb das Wachstum der gesamten chinesischen Elektroautoindustrie in der traditionellen September-Hochsaison hinter den Erwartungen zurück. Der Preiskampf auf dem Heimatmarkt tobt unerbittlich, und die Rabatte fressen die Margen auf. Dass XPeng weiterhin unprofitabel wirtschaftet, wiegt in einem solchen Umfeld doppelt schwer.

Gegen diesen Gegenwind hilft auch der Achtungserfolg der L03-Modellreihe nicht, die im September erstmals über 10.000 Einheiten erreichte. Wenn das Marktwachstum in China nachlässt, geraten unrentable Nischenanbieter als Erste unter die Räder.

Analysten ziehen die Reißleine

Die wachsende Zurückhaltung spiegelt sich mittlerweile auch deutlich im Urteil der Experten wider. Die Zeiten überbordender Kursziele scheinen vorerst vorbei zu sein.

Die US-Bank JPMorgan stufte die Aktie auf Neutral herab und kappte ihr Kursziel drastisch von 24 auf 11,50 US-Dollar.

Solche massiven Zielkürzungen untermauern, dass die Fantasie vergangener Jahre gewichen ist. Der Konsens verharrt zwar bei einer Halte-Empfehlung, doch die Abwärtsrevisionen sprechen eine unmissverständliche Sprache.

Zugleich versucht das Management, die Flucht nach vorn über neue Modelle und die Erschließung internationaler Märkte zu suchen. Vom 12. bis 18. Oktober soll das neue SUV-Modell G9L auf dem Pariser Autosalon vorgestellt werden.

Dieser Schritt demonstriert zwar Ambitionen in Europa, birgt jedoch erhebliche Risiken: Die Expansion ins Ausland verschlingt hohe Summen, während Zölle und protektionistische Tendenzen den Markteintritt zusätzlich erschweren.

Das Urteil fällt vorerst ernüchternd aus

Unterm Strich steht XPeng an einem denkbar schwierigen Wendepunkt. Solange das Unternehmen keine klare Perspektive für ein Erreichen der operativen Gewinnzone vorlegt, dürfte jeder noch so kleine Absatzerfolg verpuffen.

Die Chancen auf eine rasche Trendwende an der Börse wiegen für mich die Risiken des anhaltenden Preiskriegs derzeit keineswegs auf. Anleger sollten sich nicht von kurzfristigen Liefermeldungen blenden lassen: Solange die Margen erodieren und die Verluste anhalten, bleibt die Aktie ein hochspekulatives Engagement mit beträchtlichem Abwärtsrisiko.

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