XPeng Aktie: Kurs fÀllt auf 9,11 Euro trotz Roboter-Start
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Autobauer, der Humanoide baut, wĂ€hrend seine Aktie auf ein Jahrestief fĂ€llt â das ist keine Randnotiz, das ist das Bild dieser Woche bei XPeng. Am Kapitalmarkt notiert das Papier bei 9,16 Euro, nur hauchdĂŒnn ĂŒber dem 52-Wochen-Tief von 9,11 Euro.
Verglichen mit dem Hoch von 24,40 Euro im November ist das ein Absturz um 62 Prozent. Wer sich fragt, wie ein Unternehmen mit derart ambitionierten ZukunftsplĂ€nen so tief fallen kann, bekommt hier eine Antwort, die viel ĂŒber die NervositĂ€t rund um chinesische E-Auto-Werte erzĂ€hlt.
Der Roboter lÀuft, der Kurs nicht
Diese Woche vermeldete XPeng, dass sein humanoider Roboter IRON in der Fabrik in Guangzhou autonom vom Band gelaufen ist. Die Produktionslinien sind offiziell in Betrieb, die Serienfertigung soll bis Ende 2026 anlaufen, zunĂ€chst fĂŒr den Einsatz in eigenen Stores und auf dem Firmencampus. Es ist der sichtbarste Ausdruck einer Strategie, die XPeng lĂ€ngst nicht mehr nur als Autohersteller verstehen will, sondern als Technologiekonzern mit Ambitionen in Robotik und autonomem Fahren.
Untermauert wird das durch frisches Kapital: Die Robotik-Sparte hat in einer von IDG Capital angefĂŒhrten Series-A-Runde mehr als 900 Millionen Dollar eingesammelt, mit Beteiligung von Tencent und Alibaba. Die Bewertung dieses GeschĂ€ftsbereichs liegt damit bei ĂŒber 6,3 Milliarden Dollar â fĂŒr sich genommen eine beachtliche Zahl, die zeigt, wie viel Vertrauen Investoren in diese Zukunftswette stecken.
Parallel treibt XPeng das autonome Fahren voran. In Guangzhou darf das Unternehmen sein VLA-Robotaxi der zweiten Generation nun auf ausgewĂ€hlten StraĂen ohne Sicherheitsfahrer testen, nach eigenen Angaben ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem vollstĂ€ndig fahrerlosen Passagierdienst, den XPeng fĂŒr 2027 anpeilt.
Das Auto-GeschÀft lÀuft solide, aber unspektakulÀr
WĂ€hrend die Zukunftsprojekte Schlagzeilen liefern, tuckert das KerngeschĂ€ft eher zĂ€h voran. Im August lieferte XPeng 39.107 Fahrzeuge aus, ein Plus von 4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr â solide, aber kein Wachstumssprung. Das neue Modell G9L ging Mitte August in den Vorverkauf in Festlandchina, international expandiert XPeng zudem auf die Philippinen, wo der Flaggschiff-Siebensitzer X9 seit dieser Woche vorbestellt werden kann.
Finanziell zeigt sich ein gemischtes Bild. Im zweiten Quartal 2026 erlöste XPeng 19,74 Milliarden Renminbi bei einem Nettoverlust von 1,34 Milliarden Renminbi.
FĂŒr das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit 115.000 bis 121.000 ausgelieferten Fahrzeugen und einem Umsatz zwischen 21,7 und 23,4 Milliarden Renminbi â eine Guidance, die Wachstum unterstellt, aber keine Trendwende beim Verlust verspricht.
Sektor unter Druck, Kurs im AbwÀrtstrend
Dass die Aktie trotz Roboter-Hype und frischem Kapital so schwach lÀuft, hat auch mit dem gesamten Sektor zu tun: Chinesische E-Auto-Werte gerieten zuletzt unter Druck, nachdem gemischte Nachfragesignale im August die Wachstumssorgen der Branche neu befeuert hatten.
XPeng steht damit nicht allein da, aber die eigene Kursreaktion fĂ€llt deutlich aus â binnen 30 Tagen verlor das Papier 12 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 49 Prozent zu Buche.
Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 9,01 Milliarden Euro â bemerkenswert wenig angesichts einer Robotik-Sparte, die allein mit ĂŒber 6,3 Milliarden Dollar bewertet wird.
Diese Diskrepanz ist der eigentliche Kern der Geschichte: Der Markt scheint dem Auto-GeschÀft derzeit kaum Wert beizumessen, wÀhrend er die Zukunftswetten auf Roboter und autonomes Fahren zumindest in der separaten Finanzierungsrunde honoriert.
Ob sich diese LĂŒcke schlieĂt, hĂ€ngt davon ab, ob XPeng beweisen kann, dass IRON und Robotaxi mehr sind als teure Nebenprojekte eines Autobauers, der um Marktanteile kĂ€mpft.
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