XPeng Aktie: Technologie-Lizenzen fĂŒr Rivalen
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng will kĂŒnftig nicht nur eigene Elektroautos verkaufen, sondern auch seine Technologie an fremde Autobauer lizenzieren. Die Aktie legte am Donnerstag um 3 Prozent zu, nachdem Berichte ĂŒber entsprechende PlĂ€ne die Runde machten. Das chinesische Unternehmen sondiert demnach bereits GesprĂ€che mit potenziellen Partnern auĂerhalb seiner bestehenden Kooperation mit Volkswagen.
Im Kern geht es um vier Bausteine: die elektrische und elektronische Fahrzeugarchitektur, Cockpit-Systeme, die hauseigenen Turing-KI-Chips sowie die Fahrassistenz-Software.
Interessenten sollen vor allem auslĂ€ndische Softwareentwickler und Automobilzulieferer sein, konkrete Namen wurden nicht genannt. XPeng plant zudem, das LizenzgeschĂ€ft auf Robotaxis, Robotik und weitere Physical-AI-Anwendungen auszuweiten â inklusive des operativen Einsatzes eigener Robotaxi-Flotten.
G9L als BĂŒhne fĂŒr die Technologie-Strategie
Parallel zur Lizenz-Offensive stellte XPeng in Peking sein neues Flaggschiff-SUV G9L vor. Der Wagen soll in 64 MĂ€rkten weltweit starten, die internationale Premiere ist fĂŒr den 12. Oktober auf der Paris Motor Show geplant. Der G9L wird sowohl als reines Elektrofahrzeug als auch als Range-Extender angeboten und ist mit 5.120 Millimetern LĂ€nge und 3.100 Millimetern Radstand auf globale Standards zugeschnitten.
Technisch steckt im G9L das VLA-2.0-Modell sowie derselbe Turing-Chip, der auch im humanoiden Roboter IRON verbaut ist. Genau diese Chip- und Softwarearchitektur ist es, die XPeng nun anderen Herstellern anbieten will â der G9L dient damit auch als Schaufenster fĂŒr die eigene Technik.
Gefertigt wird das Modell in Guangzhou sowie im österreichischen Graz bei Magna. Damit wird der G9L nach G6, G9 und P7+ bereits das vierte XPeng-Modell, das in Europa vom Band lĂ€uft â innerhalb eines einzigen Jahres. Die Kooperation mit Magna, die seit September 2025 lĂ€uft, hat sich damit zu einem zentralen Baustein der Europa-Strategie entwickelt.
Zwei Wege zum gleichen Ziel
LizenzgeschĂ€ft und eigene Modellexpansion verfolgen dieselbe Logik: XPeng will seine Physical-AI-Plattform aus Fahrzeugsoftware, Chips und Robotik so breit wie möglich streuen â ob ĂŒber eigene Autos oder als Zulieferer fĂŒr Wettbewerber. Sollte die Lizenzstrategie tatsĂ€chlich neue Partner an Land ziehen, wĂŒrde das Unternehmen aus einer reinen Rolle als Autobauer heraustreten und zusĂ€tzliche Erlösquellen jenseits des Fahrzeugverkaufs erschlieĂen.
Der 12. Oktober in Paris dĂŒrfte zeigen, wie ernst die internationalen Ambitionen gemeint sind â dort prĂ€sentiert XPeng den G9L erstmals einem globalen Publikum, mit Stand in Halle 6.
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