XRP: Größter Binance-Abfluss seit neun Monaten
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 02:57 Uhr | Redaktion boerse-global.deXRP fehlt zum Wochenende frische Nachfrage aus börsengehandelten Spotfonds. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag blieben deren Nettoflüsse jeweils bei null. Gleichzeitig sprechen Abzüge von Binance für ein knapperes Handelsangebot, sofern die Token dauerhaft außerhalb der Börse bleiben. Bei aktuell 1,18 USD steht XRP weiter unter Druck: Für eine Erholung müsste die Nachfrage mit der möglichen Angebotsverknappung Schritt halten.
Spotfonds liefern keinen neuen Kaufimpuls
Die US-Spot-XRP-ETFs haben seit ihrer Auflegung im November 2025 kumuliert 1,81 Mrd. US-Dollar eingesammelt. In der jüngsten Handelswoche kühlte die Nachfrage jedoch ab. Medienberichten zufolge gab es bis gestern keinen Tag mit Nettozuflüssen.
Damit fehlt XRP derzeit ein Zuflusskanal, der zuvor Kapital angezogen hatte. Für eine Stabilisierung spräche eine Wiederbelebung der Fondskäufe, sofern sie über einzelne Handelssitzungen hinaus anhält. Solange diese Nachfrage ausbleibt, hängt eine Erholung stärker von Käufern außerhalb der Fonds ab.
Der Gegensatz zwischen früheren Zuflüssen und aktueller Zurückhaltung ist für Anleger entscheidend. Die bisherige Kapitalaufnahme beschreibt die Entwicklung seit Auflegung; für einen neuen Kaufimpuls wären dagegen wieder positive tägliche Nettoflüsse nötig.
Binance-Abzüge geben bedingt Rückhalt
Auf der Angebotsseite fällt eine große Bewegung auf. Nach Angaben des CryptoQuant-Analysten Darkfost verließen am Mittwoch 418,5 Mio. XRP die Börse Binance. Beim Transfer entsprachen sie rund 540 Mio. US-Dollar. Es war der größte eintägige XRP-Abfluss von dort seit etwa neun Monaten.
Das könnte den Verkaufsdruck auf Binance verringern, sofern die Bestände tatsächlich dem Handel entzogen bleiben. Als alternative Erklärung kommen interne Transfers infrage. Für eine günstigere Angebotslage spricht die Bewegung deshalb erst dann nachhaltig, wenn die geringere Verfügbarkeit bestehen bleibt und auf Käufer trifft.
Auch die Verteilung großer Bestände liefert einen Beobachtungspunkt. Laut Santiment erreichte die Zahl der Wallets mit mindestens 1 Mio. XRP gestern mit 2.147 ein Jahreshoch.
Diese Entwicklung stützt das Bild einer wachsenden Zahl großer Adressen. Als Argument für eine Erholung gewinnt sie jedoch erst an Gewicht, wenn die zusätzlichen Wallets mit anhaltender Nachfrage und einer Stabilisierung des Kurses zusammenfallen.
Die Erholung braucht eine Bestätigung
Für eine bestätigte Trendwende verlangt Humphries zugleich stabile Tagesschlüsse oberhalb der Zone von 1,30 bis 1,32 US-Dollar. Ein kurzfristiger Rücksprung allein würde seine Bedingungen für eine nachhaltigere Erholung also noch nicht erfüllen.
Für Anleger bleibt damit die Nachfrage der entscheidende Prüfstein. Sinkende Börsenbestände können XRP unterstützen, sofern ihnen tatsächliche Käufe gegenüberstehen. Wiederkehrende ETF-Zuflüsse und die von Humphries geforderte charttechnische Bestätigung würden für eine Erholung sprechen; bei weiter ausbleibenden Fondskäufen und schwachen Tagesschlüssen überwiegt das Rückschlagrisiko.
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