Laxere Nachhaltigkeitsregeln: Beschwerde gegen EU-Kommission
18.04.2025 - 14:19:27Die NGOs verurteilen bei der EuropĂ€ischen BĂŒrgerbeauftragten die "undemokratische, intransparente und ĂŒberstĂŒrzte Art und Weise", in der die EuropĂ€ische Kommission die Lockerungen entwickelt habe, wie sie mitteilten.
Kommission hatte lockere Vorgaben vorgeschlagen
Ende Februar hatte die EU-Kommission mehrere VorschlĂ€ge fĂŒr eine Aufweichung von bestehenden Gesetzen gemacht, um die Ă€chzende europĂ€ische Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. So soll nach Willen der BrĂŒsseler Behörde etwa das EU-Lieferkettengesetz spĂ€ter gelten und deutlich weniger Unternehmen sollen Bericht ĂŒber ihre Nachhaltigkeit erstatten mĂŒssen.
Die NGOs kritisieren nun, der Prozess zum Vorschlag sei mangelhaft gewesen und habe es einer kleinen Gruppe von Industrieinteressen ermöglicht, "die Kontrolle zu ĂŒbernehmen und die Deregulierung wichtiger Nachhaltigkeitsgesetze voranzutreiben". Statt breiter Konsultationen sei sich hinter verschlossenen TĂŒren etwa mit der Ăl- und Gasindustrie getroffen worden. Auch sei nicht beachtet worden, ob die PlĂ€ne im Einklang mit den EU-Klimazielen stehen.
"Schritt in falsche Richtung"
DarĂŒber hinaus trage die "sogenannte Vereinfachung" nicht zur Verbesserung der WettbewerbsfĂ€higkeit bei, schreiben sie. Starke Nachhaltigkeitsgesetze seien der SchlĂŒssel zum Wettbewerbsvorteil der EU auf einem globalen Markt, auf dem Verbraucher und Investoren zunehmend verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln fordern. "Wir haben immer wieder gesehen, dass vage Versprechungen von Unternehmen nicht den Wandel bewirken, den wir brauchen. Die SchwĂ€chung von Umwelt- und Menschenrechtsanforderungen ist ein Schritt in die falsche Richtung."
Mit den KommissionsvorschlĂ€gen fĂŒr neue Gesetze und GesetzesĂ€nderungen mĂŒssen sich noch die Regierungen der Mitgliedstaaten und das Europaparlament beschĂ€ftigen. Wenn sie nicht zustimmen, können sie nicht umgesetzt werden. Die NGOs rufen beide Institutionen auf, die VorschlĂ€ge abzulehnen.
Die BeschwerdefĂŒhrer
Die Beschwerde wurde von der European Coalition for Corporate Justice, ClientEarth, Notre Affaire Ă Tous, Clean Clothes Campaign, Global Witness, Transport and Environment, Anti-Slavery International und Friends of the Earth Europe eingereicht.
Die EuropĂ€ische BĂŒrgerbeauftragte untersucht unter anderem Beschwerden ĂŒber MissstĂ€nde in der Verwaltung der Institutionen und Einrichtungen der EuropĂ€ischen Union.

