Ärztepräsident kritisiert 'Wegducken' des Finanzministers
22.04.2026 - 06:26:10 | dpa.deEs sei absolut inakzeptabel, dass sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wegducke, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Ein erster notwendiger Schritt wäre ein zusätzlicher Steuerzuschuss von mindestens drei Milliarden Euro, der in den kommenden Jahren konsequent ausgebaut werden müsse.
In der Koalition wird darüber diskutiert, ob auch eine stärkere Übernahme der Krankenkosten von Bürgergeldbeziehern in ein geplantes Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) aufgenommen werden soll. Bisher zahlt der Bund pauschale Beiträge für sie, was die Ausgaben nach Angaben der Kassen aber nicht deckt. Laut einer Expertenkommission müsste der Bund für eine volle Kostendeckung jährlich zwölf Milliarden Euro mehr übernehmen.
Lücke nicht durch Leistungskürzungen schließen
Der Ärztepräsident mahnte: "Diese Finanzierungslücke darf weder durch Leistungskürzungen noch durch zusätzliche Belastungen für Versicherte, Patientinnen und Patienten oder die Beschäftigten im Gesundheitswesen geschlossen werden." Die Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen sei ein gesamtgesellschaftlicher Kraftakt. Reinhardt warb dafür, zusätzliche Mittel durch eine Erhöhung der Steuern auf "gesundheitsschädliche Genussmittel" wie Spirituosen und Tabak und die Einführung einer Zuckersteuer zu erzielen.
Dies entfalte auch eine vorbeugende Wirkung. "Höhere Preise können den Konsum nachweislich senken und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die Einstiegshürden erhöhen." Sie seien ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen oder Adipositas. Würden dabei endlich echte Fortschritte erzielt, hätte dies positive Auswirkungen auf die Gesundheit und entlaste langfristig die Volkswirtschaft um Milliardenbeträge.
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