Aktivisten besetzen Braunkohlebagger im Tagebau Hambach
26.09.2025 - 12:34:29 | dpa.deNach bisherigen Erkenntnissen seien am Morgen zwölf Personen unbefugt in den Bereich des Tagebaus eingedrungen, sagte ein Sprecher der Polizei DĂŒren. Acht von ihnen befĂ€nden sich in groĂer Höhe auf einem Schaufelradbagger, zwei Menschen hĂ€tten sich dort abgeseilt. Inzwischen habe die Polizei mit der RĂ€umung begonnen, sagte der Sprecher.
Die anderen vier Personen hielten laut Polizei eine Förderbandanlage besetzt. Mittlerweile hĂ€tten sie die Bandanlage in Polizeibegleitung verlassen, sagten Aktivisten in einem Instagram-Livestream, den sie vom Bagger aus ĂŒbertrugen.
FĂŒr die RĂ€umung hatte die Polizei nach eigenen Angaben auch spezialisierte Höhenretter angefordert. Zudem sei ein Hubschrauber im Einsatz.
RWE verurteilt die Aktion
Nach Angaben eines Sprechers des Energiekonzerns RWE DE0007037129 ist der Bagger zurzeit aus SicherheitsgrĂŒnden nicht in Betrieb. "Die Kohleversorgung der Kraftwerke ist weiterhin gewĂ€hrleistet." Der Sprecher verurteilte die Besetzung und kĂŒndigte an, das Unternehmen werde Anzeige erstatten. "Mit dieser unverantwortlichen Aktion bringen die Störer sowohl Mitarbeiter von RWE als auch sich selbst in Gefahr."
Mit der Besetzung wollen die Aktivisten nach eigenen Angaben gegen die bevorstehende Rodung eines Teils des Hambacher Forsts durch den Energiekonzern protestieren. "Es sagt viel ĂŒber unser Wirtschaftssystem aus, dass es profitabel ist WĂ€lder zu roden und Dörfer einzureiĂen, um giftige Seen zu fĂŒllen, YachthĂ€fen und Luxusapartments zu bauen und Inseln aufzuschĂŒtten", heiĂt es in einer Mitteilung der Gruppe, die sich "Pirat*innen" nennt. Die Aktivisten befĂŒrchten eine RĂ€umung und Rodung des besetzten "SĂŒndenwĂ€ldchens" in den nĂ€chsten Wochen.
Aktivisten protestieren gegen RWE-PlÀne
RWE will das WĂ€ldchen am Rande des Tagebaus roden, um Kies abbauen zu können. So soll die Böschung eines spĂ€ter dort geplanten Sees stabilisiert werden. Ein GroĂteil der BĂ€ume ist bereits gefĂ€llt; in der kommenden Rodungssaison, die am 1. Oktober beginnt, soll die verbliebene etwa ein Hektar groĂe FlĂ€che gerodet werden. Dort halten sich seit Monaten Aktivisten in selbstgebauten BaumhĂ€usern auf, in der Vergangenheit kam es deshalb schon hĂ€ufiger zu PolizeieinsĂ€tzen.
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