ROUNDUP, Flammen

Iran attackiert Ölsektor am Golf

12.03.2026 - 08:05:32 | dpa.de

(Aktualisierung: mit iranischem Dementi)MANAMA/BAGDAD/MASKAT - WÀhrend US-PrÀsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen StreitkrÀfte immer stÀrker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier.

(Aktualisierung: mit iranischem Dementi)

MANAMA/BAGDAD/MASKAT (dpa-AFX) - WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen StreitkrĂ€fte immer stĂ€rker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier. Mit den Attacken will die Regierung in Teheran die Kosten fĂŒr eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe treiben. Wegen der Blockade der fĂŒr die Schifffahrt Ă€ußerst wichtigen Straße von Hormus war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-PrÀsident Trump schon "bald" enden. Es gebe "praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte", zitierte ihn das US-Nachrichtenportal "Axios" nach einem Telefoninterview. Das israelische MilitÀr hingegen erklÀrte, es habe noch eine umfangreiche Liste an Zielen im Iran.

Treibstofftanks in Bahrain und Oman in Flammen

In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Unklar war zunÀchst, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln in der NÀhe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit.

Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball ĂŒber einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen MilitĂ€rfĂŒhrung wies eine Verantwortung dafĂŒr jedoch zurĂŒck. Der Vorfall im "befreundeten, benachbarten und brĂŒderlichen Land Oman" erscheine verdĂ€chtig, sagte er. Man respektieren die SouverĂ€nitĂ€t Omans.

Irak meldet einen Toten bei Angriff auf Öltanker

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen HoheitsgewĂ€ssern stelle eine Verletzung der SouverĂ€nitĂ€t des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen MilitĂ€rsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der MilitĂ€rsprecher weiter. Die Hafenverwaltung stellte daraufhin den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf weiteres ein.

Im Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor anderthalb Wochen fast komplett zum Erliegen gebracht.

Brand nach Beschuss von thailÀndischem Frachter

Ein unter thailĂ€ndischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Die "Mayuree Naree", die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailĂ€ndische Marine mit. Von den 23 thailĂ€ndischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der Marine Omans in Sicherheit gebracht werden, wĂ€hrend drei Seeleute nach Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunĂ€chst im Maschinenraum eingeschlossen blieben.

Unterdessen meldete die britische Behörde fĂŒr Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO), dass vor der KĂŒste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Containerschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden sei. Der Treffer habe ein kleines Feuer an Bord ausgelöst, verletzt wurde demnach niemand.

Neue Angriffe auch in den Emiraten und in Saudi-Arabien

Die Vereinigten Arabischen Emirate erklĂ€rten am frĂŒhen Morgen, die Luftabwehr bekĂ€mpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stĂŒrzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein WohngebĂ€ude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten.

Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr des Golfstaats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien.

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines "steigenden Sicherheitsrisikos" vorĂŒbergehend. Die Schweiz vertritt im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklĂ€rte die US-Vertretung in Bern.

Die Schweiz agiert als sogenannte Schutzmacht der USA im Iran. Sie vertritt dort seit dem Abbruch der amerikanisch-iranischen Beziehungen die Interessen der USA. Sie ĂŒbermittelt Botschaften zwischen beiden LĂ€ndern und betreut bei Bedarf amerikanische StaatsbĂŒrger.

Israel greift Kommandozentralen der Hisbollah im Libanon an

Derweil zerstörten die israelischen StreitkrÀfte bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische MilitÀr mit.

Demnach griffen die StreitkrĂ€fte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-KĂ€mpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Nach Hinweisen von israelischen Bodentruppen nahm die Luftwaffe darĂŒber hinaus ĂŒber 20 Ziele in verschiedenen Teilen des Libanons unter Beschuss, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.

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