Piloten streiken: Hunderte FlugausfÀlle bei der Lufthansa
12.03.2026 - 13:23:39 | dpa.de(Aktualisierung: Reaktion Lufthansa zu geplanten FlĂŒgen.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der auf zwei Tage angelegte Pilotenstreik bei der Lufthansa DE0008232125 hat an den Drehkreuzen MĂŒnchen und Frankfurt Hunderte FlĂŒge ausfallen lassen. Das berichten die jeweiligen Flughafenbetreiber fĂŒr den Donnerstag. Danach fallen am ersten Streiktag in Frankfurt rund 400 von 1.165 geplanten Starts und Landungen aus. In MĂŒnchen wurden 230 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die AusfĂ€lle sind wesentlich der Lufthansa zuzuordnen.
Gewerkschaft sieht mehr AusfÀlle als erwartet
Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berichtet von einer hohen Beteiligung der BeschÀftigten an der bereits zweiten Streikwelle. Der Arbeitskampf verlaufe wirkungsvoller als erwartet, erklÀrte VC-PrÀsident Andreas Pinheiro.
So seien am Donnerstagvormittag mehr als 75 Prozent der bestreikten KurzstreckenflĂŒge und mehr als 70 Prozent der bestreikten LangstreckenflĂŒge ausgefallen. Vor dem Streik hatte Pinheiro deutlich gemacht, dass die VC auch bei weniger FlugausfĂ€llen von einer ausreichenden Streikwirkung ausgehe.
Die nun genannten AusfĂ€lle lĂ€gen deutlich ĂŒber den von der Lufthansa angekĂŒndigten Quoten, was ein Unternehmenssprecher umgehend zurĂŒckwies: "Unser Programm findet so statt wie geplant." Die Fluggesellschaft hat zugesichert, dass an beiden Streiktagen mindestens die HĂ€lfte der geplanten Lufthansa-FlĂŒge stattfindet. Auf der Langstrecke sollten sogar 60 Prozent der FlĂŒge starten. Hier werden die Flugzeuge hĂ€ufig auch von Piloten geflogen, die bei der Lufthansa ins Management gewechselt sind, aber ihre Lizenz aufrechterhalten.
Eurowings fliegt
In den Terminals herrsche ganz normaler Betrieb, sagte ein Sprecher des Frankfurter Betreibers Fraport DE0005773303. Nur in den Lufthansa-Abschnitten sei es etwas ruhiger. An den ĂŒbrigen deutschen FlughĂ€fen fielen vor allem die ZubringerflĂŒge an die Drehkreuze aus. Andere Lufthansa-Gesellschaften wie die Eurowings und sĂ€mtliche auslĂ€ndischen Töchter wurden nicht bestreikt.
Lufthansa wollte nach eigener AnkĂŒndigung gröĂere Flugzeuge einsetzen, Lufthansa-FlĂŒge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen. An diesen Planungen fĂŒr beide Streiktage habe es keine Ănderungen mehr gegeben, erklĂ€rte eine Sprecherin des Unternehmens. Laut VC werden auch Subunternehmen eingesetzt.
Von AusfĂ€llen betroffene GĂ€ste sollten per E-Mail benachrichtigt werden. GĂ€ste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist. FlĂŒge ins Krisengebiet Nahost sollen nicht bestreikt werden. Zu einem normalen Flugbetrieb werde man voraussichtlich am Samstag zurĂŒckkehren können.
Erste Entspannung am Freitag
Bereits fĂŒr den Freitag wird eine erste Entspannung erwartet, weil die kleine Teilgesellschaft Lufthansa Cityline nur einen Tag lang bestreikt werden soll. Die Regionaltochter ĂŒbernimmt ZubringerflĂŒge von kleineren FlughĂ€fen an die beiden Drehkreuze.
Die Gewerkschaft hat die mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem Streik aufgerufen, der um Mitternacht begonnen hat. WÀhrend es bei der Regionaltochter Cityline um eine Anhebung der GehÀlter geht, streiten die Tarifpartner bei der Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten.
Kein neues Angebot
Lufthansa hatte die zweite Streikwelle als unnötige Eskalation bezeichnet und auf die angespannte Ertragssituation bei der Kerngesellschaft Lufthansa verwiesen. Der Gewerkschaft zufolge hat Lufthansa zunÀchst kein neues Angebot vorgelegt. Der Streik laufe daher weiterhin wie geplant.
Der Flughafenverband ADV appellierte an die Tarifparteien, sich am Verhandlungstisch möglichst schnell zu einigen. Passagiere wĂŒrden von den Streiks immer zuerst getroffen, sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralph Beisel. In einer ohnehin angespannten Situation werde die deutsche Luftfahrt zusĂ€tzlich verunsichert. "Der Standort Deutschland kann sich weitere Belastungen fĂŒr die KonnektivitĂ€t und die ZuverlĂ€ssigkeit des Luftverkehrs kaum leisten."
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