Aldi DX: Betriebsratswahl nach Stellenabbau-Plänen
25.03.2026 - 00:00:40 | boerse-global.deEine Initiative will bei Aldis IT-Tochter erstmals eine offizielle Arbeitnehmervertretung etablieren. Hintergrund sind angekündigte Stellenstreichungen und ein angespanntes Arbeitsklima.
Mülheim an der Ruhr. Die Pläne für einen massiven Stellenabbau bei Aldi Süd schlagen Wellen: Bei der internen IT-Firma ALDI International Services (ALDI DX) haben Beschäftigte jetzt die Gründung eines Betriebsrats eingeleitet. Rund 4.000 Mitarbeiter sind aufgerufen, am 31. März in der Essener Grugahalle einen Wahlvorstand zu wählen. Dieser wird die eigentliche Betriebsratswahl organisieren.
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Die Initiative kommt nicht von ungefähr. Seit etwa einem Jahr habe sich das Arbeitsklima in den IT-Abteilaten massiv verschlechtert, berichten Insider. Die jetzt angestoßene Gründung soll den Beschäftigten in Zeiten tiefgreifender Umstrukturierungen Planungssicherheit und Mitspracherechte geben.
Druck durch Aldis Restrukturierungspläne
Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die bereits im Januar bekanntgewordenen Sparpläne des Discounters. Aldi Süd hatte angekündigt, in den kommenden Jahren bis zu 500 der rund 2.000 Jobs in seiner Deutschlandzentrale in Mülheim zu streichen. Betroffen sind vor allem die Bereiche Buchhaltung, Personal und Einkauf.
Hinter dem Stellenabbau steht das konzernweite IT-Projekt „Ahead“. Es zielt darauf ab, Systeme zu harmonisieren und Aufgaben zu bündeln. Strategische Kompetenzen werden dabei zunehmend nach Salzburg verlagert, während operative Routinetätigkeiten an externe Dienstleister wie Genpact ausgelagert werden. Ein ähnlicher Kurs wurde bereits in den USA, Großbritannien und Österreich gefahren.
Sozialplan als zentrale Verhandlungsaufgabe
Für die möglicherweise von Kündigungen betroffenen ALDI DX-Mitarbeiter wird der neu zu wählende Betriebsrat eine Schlüsselrolle spielen. Seine zentrale Aufgabe wird die Verhandlung eines Sozialplans sein. Dieser soll die wirtschaftlichen Nachteile für die Beschäftigten abmildern.
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In solchen Plänen werden typischerweise Abfindungen, Weiterbildungsangebote oder Unterstützung bei der Jobsuche vereinbart. Die Kriterien reichen von der Betriebszugehörigkeit über das Alter bis zu Unterhaltspflichten. Die Verhandlungen dürften komplex werden, da die Umstrukturierung Teil einer globalen Strategie ist und Auslagerungen bis Anfang 2027 geplant sind.
Trend zur Zentralisierung im Handel
Die Vorgänge bei Aldi Süd sind kein Einzelfall. Sie spiegeln einen breiten Trend im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wider. Unternehmen passen ihre Strukturen an die wachsenden Anforderungen durch Digitalisierung und Automatisierung an. Ziel ist es, durch Zentralisierung Skaleneffekte zu erzielen und Kosten zu senken.
Während Aldi Süd diesen radikalen Kurs fährt, sind von der Schwestergesellschaft Aldi Nord bislang keine vergleichbaren Pläne für einen großangelegten Stellenabbau bekannt. Die Entwicklung bei ALDI DX wird genau beobachtet – sie könnte Signalwirkung für andere Bereiche des Konzerns und den gesamten Einzelhandel haben.
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