Reaktion auf US-Zölle: Mittelstand besinnt sich auf deutschen Markt
09.02.2026 - 11:50:03In einer aktuellen Firmenumfrage der genossenschaftlichen DZ-Bank geben 53 Prozent der Unternehmen an, ihre Produkte verstĂ€rkt im eigenen Land absetzen zu wollen. Auch beim Einkauf setzt eine Mehrheit verstĂ€rkt auf Lieferanten aus Europa (53 Prozent) oder Deutschland (51 Prozent). Etwas geringer fallen die Bestrebungen aus, direkt vor der eigenen HaustĂŒr lokal oder regional Kunden oder Lieferanten zu finden.
Insgesamt scheint der Mittelstand etwas schwĂ€cher als befĂŒrchtet von den US-Zöllen getroffen worden zu sein. So berichten nur 12 Prozent der rund 1.000 befragten Unternehmen von direkten Auswirkungen auf ihr GeschĂ€ft. Vor einem Jahr hatten bei der vorherigen Umfrage des genossenschaftlichen Spitzeninstituts noch 15 Prozent derartige BefĂŒrchtungen geĂ€uĂert.
Elektro-, Auto- und Chemieindustrie besonders betroffen
Dennoch spĂŒren viele Firmen indirekte Auswirkungen durch die Zölle wie etwa höhere Preise oder NachfragerĂŒckgĂ€nge bei Kunden und Lieferanten. Nur 44 Prozent der Unternehmen gaben daher an, keinerlei Auswirkungen der Trump-Zölle zu spĂŒren. Ăberdurchschnittlich betroffen von den Zöllen zeigten sich Unternehmen aus der Elektro, Auto- und Chemieindustrie sowie aus dem Maschinenbau.
Die RĂŒckbesinnung auf den Heimatmarkt reicht aber aus Sicht von 41 Prozent der Unternehmen nicht aus, um sich unabhĂ€ngiger von groĂen EinzelmĂ€rkten wie den USA oder China zu machen. WĂ€hrend das Interesse an GeschĂ€ften mit US-Partnern deutlich zurĂŒckgegangen ist, rĂŒcken Westeuropa, Mittel- und Osteuropa sowie Indien verstĂ€rkt ins Interesse.

