Börsenbericht

Dax schwach - stÀrkerer Euro belastet Exporteure zusÀtzlich

20.01.2026 - 17:48:06 | dts-nachrichtenagentur.de

Am Dienstag hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.703 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss."Dass ausgerechnet der Euro gegenĂŒber dem US-Dollar steigt, weil Investoren aus Amerika fliehen, hilft den um gleichzeitig höhere Zölle bangenden Exporteuren im Dax so gar nicht", sagte Christine Romar, Head of Europe bei CMC Markets.

Anzeigetafel in der Frankfurter Börse - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Das geopolitische Chaos auf der WeltbĂŒhne setzt auch am zweiten Handelstag der Woche den AktienmĂ€rkten deutlich zu und lĂ€sst Investoren in den Risk-off-Modus schalten. Der sichere Hafen Gold wird weiter angesteuert, der Preis pro Feinunze hat bereits die 5.000 Dollar im Visier."

"Wie gewonnen, so zerronnen: Der Dax hat damit fast sĂ€mtliche Kursgewinne seit Jahresbeginn in gleichem Tempo wieder abgegeben, wie sie zuvor aufgebaut worden waren. Die Entwicklung der ersten 13 Handelstage des Jahres könnte einen Vorgeschmack darauf geben, was fĂŒr ein volatiles Aktienjahr den erfolgsverwöhnten Anlegern bevorsteht."

Es sei die Angst davor, dass der US-PrĂ€sident dieses Mal wirklich zu weit gegangen sei, selbst bereits von "keinem Weg zurĂŒck" mehr spreche und so einer Eskalation am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos TĂŒr und Tor öffne. "Statt zu deeskalieren, provoziert er in gewohnter Manier mit einem KI-generierten Hissen der US-Flagge auf Grönland. Die EuropĂ€ische Union scheint ebenso entschlossen, dieses Mal nicht kleinbeizugeben, nachdem man ihr nach den letzten Verhandlungen noch zu große Unterwerfung unterstellt hat."

"Derzeit ist nur schwer vorstellbar, wie der jetzt losgetretene Konflikt wieder eingefangen werden kann. Und doch ist die Börse noch weit von Panik entfernt, Anleger hoffen weiterhin auf eine Lösung. Je lĂ€nger diese aber ausbleibt und stattdessen eine Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen und anderen handelspolitischen Zwangsmaßnahmen in Gang kommt, dĂŒrfte das zuvor aufgebaute Korrekturpotenzial in den heiß gelaufenen Aktienindizes weiter freigesetzt werden."

"Zu diesem bis vor dem Wochenende vorherrschenden Optimismus unter Investoren und Analysten passt der heute veröffentlichte Konjunkturindex des Mannheimer Zentrums fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung (ZEW). Er sprang um 14 auf knapp 60 ZĂ€hler nach oben und zeigt damit auch, wie viel EnttĂ€uschungspotenzial besteht, sollten sich die Hoffnungen auf einen konjunkturellen Aufschwung nicht erfĂŒllen. HĂ€tte die Umfrage nur drei Tage spĂ€ter stattgefunden, wĂ€re sie sicherlich deutlich pessimistischer ausgefallen. Die allseits erwarteten rund ein Prozent BIP-Wachstum werden mit jedem Tag Streit zwischen den GroßmĂ€chten auf offener WeltbĂŒhne unwahrscheinlicher", sagte Romar.

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Dienstagnachmittag stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1734 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8522 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden fĂŒr eine Feinunze 4.744 US-Dollar gezahlt (+1,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 129,98 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 64,85 US-Dollar, das waren 91 Cent oder 1,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

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