Aktien Frankfurt: Dax kÀmpft angesichts von Zollsorgen um 25.000-Punkte-Marke
19.01.2026 - 14:55:54 | dpa.deZeitweise sackte der Leitindex unter die psychologisch viel beachtete Marke von 25.000 Punkten.
Am Wochenende war der Streit zwischen Washington und Europa eskaliert, weshalb sich nun ein nĂ€chster Handelsstreit anbahnen könnte. Trump beansprucht die zu DĂ€nemark gehörende Arktisinsel Grönland fĂŒr die USA. Die europĂ€ischen Nato-Partner lehnen dies ab, weshalb der US-PrĂ€sident ab dem 1. Februar neue Strafzölle von 10 Prozent verhĂ€ngen will. Vom 1. Juni an sollen es dann 25 Prozent sein.
Am Nachmittag verlor der Dax 1,0 Prozent auf rund 25.043 Punkte. In der vergangenen Woche noch war er auf ein Rekordhoch ĂŒber 25.500 Punkte geklettert. Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Börsenwerte sank zuletzt um 1,3 Prozent auf 31.482 Punkte und auch europaweit wurden Verluste verbucht.
Die US-Zölle, die acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder inklusive Deutschland betrĂ€fen, sollen gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Am Donnerstagabend soll dazu ein EU-Sondergipfel in BrĂŒssel stattfinden, um zu beraten, wie die EU am besten auf Trumps Drohungen reagieren kann.
"Trumps VorstoĂ in Richtung Grönland und der Einsatz von Strafzöllen als politisches Druckmittel verschĂ€rfen die geopolitische Lage", kommentierte Marktanalyst Maximilian Wienke von eTorro. Zugleich schadeten Zölle "letztlich allen Beteiligten", da sie wie eine Steuer auf Handel und Wachstum wirkten. Die Reaktion des Marktes, fallende Aktienkurse und steigende Gold- und Silberpreise, ĂŒberrasche nicht. "Die Unsicherheit schlĂ€gt sofort durch." Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erwartet zudem, dass dieses Mal die EU wohl nicht klein beigeben werde.
Besonders belastet von den Zollsorgen waren vor allem deutsche Autoaktien. Der europĂ€ische Branchenindex EU0009658681 fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Strand seit Oktober. BMW DE0005190003 brachen zeitweise um gut 7 Prozent ein - zusĂ€tzlich belastet durch eine zurĂŒckhaltendere EinschĂ€tzung der Berenberg Bank. Analyst Romain Gourvil sieht im Premium-Segment eine schwierige Nachfragesituation in China. Zuletzt gaben BMW noch um 3,5 Prozent nach und Mercedes DE0007100000 um 2,7 Prozent. VW DE0007664039 und Porsche AG DE000PAG9113 verloren etwas mehr als 3 Prozent.
Ebenfalls am Dax-Ende bĂŒĂten Adidas DE000A1EWWW0 4,0 Prozent ein. Laut Analyst Thierry Cota von der Bank of America dĂŒrfte der Sportartikelhersteller mit seinem Umsatz im Schlussquartal 2025 die Markterwartung verfehlt haben. Mit dieser EinschĂ€tzung belastete er die zollbedingt ohnehin schwache Anlegerstimmung weiter.
Deutliche Kursgewinne gab es mit 6,5 Prozent hingegen fĂŒr die Bayer DE000BAY0017-Aktie. Worauf Anleger spĂ€testens seit Anfang Dezember 2025 gehofft hatten, ist eingetreten: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag den Glyphosat-Fall "Durnell" zur PrĂŒfung angenommen. Damit steigen die Aussichten auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen, belastenden Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel.
RĂŒstungswerte wie Rheinmetall DE0007030009, Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 legten angesichts der erneut wachsenden geopolitischen Unsicherheit zu. Dabei nĂ€herten sich Rheinmetall wieder ihrem Rekord vom Oktober und stiegen zuletzt um 2,4 Prozent./ck/jha/
--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---
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