ANALYSESociete, Generale

ANALYSE/ Societe Generale: Keine rasche Zinssenkung - 'In den USA wÀchst alles'

07.02.2024 - 16:45:18 | dpa.de

Angesichts der robusten Weltkonjunktur erwarten die Finanzexperten der französischen GeschĂ€ftsbank Societe Generale keine raschen Zinssenkungen der großen Notenbanken.

"In den USA wÀchst momentan alles", sogar die Investitionen in die historisch zinssensiblen Wohnimmobilien, wie Chefvolkswirt Klaus Baader am Mittwoch in Frankfurt sagte. Insofern glaubt der Experte nicht, dass die Vereinigten Staaten in naher Zukunft in eine Rezession schlittern werden.

Dass die MĂ€rkte baldige Zinssenkungen erwarten, hĂ€lt der Chefvolkswirt fĂŒr ĂŒbertrieben und verfrĂŒht. Der Vorsitzende der US-Zentralbank Fed, Jerome Powell, sei vorsichtig. Ein halbes Jahr sinkender Teuerungsraten sei fĂŒr den obersten Notenbanker nicht genug, um den Leitzins schon zu reduzieren. "Die MĂ€rkte sind hier unheimlich zappelig. Sie können Stillstand nicht ertragen", sagte Baader. Seine Prognose: Die Fed werde den Leitzins im Mai um 0,25 Prozentpunkte senken, "sofern es keinen starken exogenen Schock gibt". Die letzte Meile zum Inflationsziel von 2 Prozent wird laut dem Experten die schwierigste werden.

In Deutschland sieht der Chefvolkswirt keine Gefahr einer Stagflation, bei der das Wirtschaftswachstum stillsteht und gleichzeitig die Geldentwertung durch eine erhöhte Inflation steigt. Die deutsche Wirtschaft befinde sich nicht einmal in einer technischen Rezession, nachdem die VerÀnderung des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal 2023 von -0,1 Prozent auf 0 Prozent revidiert wurde. Im Schlussquartal war die deutsche Wirtschaft einer ersten SchÀtzung zufolge um 0,3 Prozent geschrumpft. Von einer technischen Rezession sprechen Analysten, wenn das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr zweimal hintereinander sinkt.

Alain Bokobza, Leiter der Abteilung Globale Vermögensallokation, sieht inzwischen eine Abkehr von der Überhitzung der US-MĂ€rkte. Wenn die Inflation weiter sinke, werde sich die Fed fĂŒr Zinssenkungen öffnen. Entsprechende Maßnahmen der EuropĂ€ischen Zentralbank erwartet er erst danach.

Neben den USA ist laut Bokobza auch Japan ein attraktiver Aktienmarkt, denn unter anderem seien die UnternehmensfĂŒhrungen zuletzt zunehmend aktionĂ€rsfreundlicher geworden. Dies gelte auch fĂŒr die sĂŒdkoreanische Börse. Die AktienmĂ€rkte der SchwellenlĂ€nder wĂŒrde der Experte eher untergewichten.

Eine Investition in Staatsanleihen ist Bokobza zufolge im Sinne der Diversifikation sinnvoll. Doch seien sie nicht uneingeschrĂ€nkt der sichere Hafen, fĂŒr den sie oft gehalten wĂŒrden, denn "auch Anleihen können sehr gefĂ€hrlich sein". Erst 2022 waren diese angesichts der Furcht vor steigenden Zinsen zusammen mit Aktien gefallen.

Bei Rentenpapieren legt der Fachmann einen besonderen Schwerpunkt auf Lateinamerika. Diese Region erscheine ihm sicherer als Teile Asiens, weil sie weniger stark vom Protektionismus der US-Handelspolitik betroffen sei.

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