Anthropic-Chef, KI-Adoleszenz

Anthropic-Chef warnt vor gefÀhrlicher KI-Adoleszenz

27.01.2026 - 18:01:12

Der Anthropic-Chef Dario Amodei sieht die Menschheit in einer gefÀhrlichen KI-Phase und fordert dringend evidenzbasierte Regulierung, um existenzielle Gefahren zu kontrollieren.

KI-Entwicklung überholt unsere Kontrollfähigkeiten – mit existenziellen Risiken. Davor warnt Dario Amodei, CEO des KI-Unternehmens Anthropic, in einem brisanten Essay. Er sieht die Menschheit in einer gefährlichen Phase der Technologie-„Adoleszenz“.

Vom Jobverlust bis zur Bioterror-Gefahr

Amodei skizziert ein düsteres Bedrohungsspektrum. Die unmittelbarste Gefahr: massenhafte Jobverluste. Der KI-Pionier prognostiziert, dass bis zu die Hälfte aller Einsteiger-Jobs in Büroberufen innerhalb der nächsten fünf Jahre durch KI ersetzt werden könnte. Die wirtschaftlichen Folgen wären enorm.

Noch bedrohlicher sind die sicherheitspolitischen Risiken. Amodei warnt vor dem Missbrauch durch autoritäre Regime, die KI für Überwachung, Propaganda und autonome Waffen nutzen könnten. „Das wäre eine Unterdrückung, der man sich kaum noch widersetzen kann“, so seine Befürchtung. Er kritisiert den Export moderner KI-Chips an geopolitische Rivalen scharf – ein Schritt, den er mit der Verbreitung von Atomwaffen vergleicht.

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Die größten Gefahren liegen jedoch im Katastrophenbereich. KI-gestützter Bioterrorismus könnte Millionen Menschenleben fordern. Amodei schätzt die Wahrscheinlichkeit für solche verheerenden Szenarien auf bis zu 25 Prozent, falls die Entwicklung unkontrolliert verläuft.

Appell für evidenzbasierte Regulierung

Trotz der alarmierenden Prognosen plädiert Amodei nicht für Panik, sondern für besonnene Gegenmaßnahmen. Er fordert eine nüchterne, faktenbasierte KI-Governance und kritisiert, dass politische Debatten zwischen Sensationslust und Sorglosigkeit pendeln.

Seine Lösungsvorschläge sind pragmatisch: Transparenzgesetze, Exportkontrollen für Hochleistungschips und Offenlegungspflichten für KI-Modelle. Als Vorbild dienen ihm frühe Regulierungsansätze in US-Bundesstaaten. „Wir brauchen globale Zusammenarbeit zwischen Forschern, Unternehmen und Politikern“, betont Amodei. Das Ziel sei nicht, den Fortschritt zu stoppen, sondern ihn in sichere Bahnen zu lenken.

Verfassung für KI: Anthropics Sicherheitsansatz

Amodeis öffentliche Warnungen passen zur Mission seines Unternehmens. Anthropic wurde gegründet, nachdem er OpenAI aus Sicherheitsbedenken verließ. Das Unternehmen entwickelt KI, die hilfreich, ehrlich und unschädlich sein soll.

Ihr Flaggschiff-Modell Claude operiert nach einer umfassenden „Verfassung“, die unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wurde. Diese „Constitutional AI“ soll kein starres Regelwerk sein, sondern ein philosophisches Ethik-Verständnis vermitteln. Anthropic setzt damit auf Transparenz – ein Alleinstellungsmerkmal im hart umkämpften KI-Markt.

Die Gratwanderung zwischen Innovation und Kontrolle

Die zentrale Herausforderung bleibt der Zielkonflikt: Die verheißungsvollen Vorteile der KI in Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft wirken wie ein „glitzernder Preis“, der zur unvorsichtigen Eile verleitet. Doch genau jetzt, in den kommenden ein bis zwei Jahren, in denen KI die menschliche Intelligenz in vielen Bereichen übertreffen könnte, brauche es besonnene Regulierung.

Amodei ist dennoch optimistisch. Die Risiken seien beherrschbar, wenn Gesellschaften ihre politischen Systeme reifen ließen. Der erfolgreiche Übergang durch die gefährliche KI-Adoleszenz hänge davon, ob wir lernen, die „fast unvorstellbare Macht“ der künstlichen Intelligenz weise zu handhaben.

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