Aurubis Aktie: Zwickmühle in Georgia
26.03.2026 - 05:35:18 | boerse-global.deDer Hamburger Kupferkonzern Aurubis hat sein milliardenschweres Investitionsprogramm nahezu abgeschlossen und schraubt die Gewinnerwartungen nach oben. Allerdings trübt die US-Handelspolitik die Stimmung rund um das prestigeträchtige neue Recyclingwerk im Bundesstaat Georgia. Die Furcht vor neuen Zöllen sorgt für eine komplexe Gemengelage, die den Aktienkurs trotz starker operativer Zahlen derzeit spürbar ausbremst.
Milliardenprojekt trifft auf Handelspolitik
Mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Millionen US-Dollar ist die neue Multimetall-Recyclinghütte im amerikanischen Richmond ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie. Seit Januar verarbeitet die Anlage komplexe Materialien wie Leiterplatten und soll künftig 180.000 Tonnen jährlich bewältigen. Genau dieser Standort gerät nun in den Strudel der amerikanischen Zollpolitik. Aus Sorge vor verschärften Importrichtlinien unter der Trump-Regierung strömten zuletzt erhebliche Kupfermengen in die USA.
Analysten von JP Morgan weisen darauf hin, dass diese Bestände durch mögliche Zölle nach Abschnitt 232 quasi auf dem US-Markt gebunden sind. Für Aurubis wirkt diese Entwicklung zweischneidig: Als Inlandsverarbeiter genießt das Werk zwar einen gewissen Schutz vor Importkonkurrenz. Eventuelle Abgaben auf kupferintensive Endprodukte könnten jedoch die eigenen Abnehmer belasten und Absatzmärkte verschieben.
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Prognosehoch trifft Kurstief
Operativ liefert das Unternehmen derweil starke Argumente. Das Management hob die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 deutlich an und rechnet nun mit einem Vorsteuerergebnis zwischen 375 und 475 Millionen Euro. Höhere Metallpreise und eine robuste Gesamtnachfrage stützen das Geschäft. Zusätzlich treibt der Konzern den Ausbau in Europa voran: In Hamburg startet im ersten Halbjahr eine neue Recyclinganlage für 30.000 Tonnen Material, während der Standort in Bulgarien seine Kapazitäten im zweiten Halbjahr um die Hälfte auf 340.000 Tonnen erweitert.
Am Aktienmarkt überwiegt momentan dennoch die Vorsicht, da die Volatilität des Kupferpreises direkt auf das Papier durchschlägt. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 155,40 Euro verzeichnet der Titel auf Monatssicht ein Minus von gut zehn Prozent. Damit rutschte der Wert auch unter die viel beachtete 50-Tage-Linie bei 162,30 Euro, was den kurzfristigen Abwärtsdruck technisch untermauert.
Trotz der aktuellen Kursschwäche stützt der globale Ausbau von Stromnetzen und KI-Rechenzentren den langfristigen Kupferbedarf. Aurubis ist hierbei als Recycler mit einem vergleichsweise geringen CO?-Fußabdruck strategisch im Vorteil gegenüber klassischen Minenbetreibern. In den kommenden Monaten richtet sich der Fokus der Investoren nun auf den reibungslosen Hochlauf der neuen Kapazitäten in Hamburg und den USA. Erreicht das Unternehmen hier zeitnah die volle Auslastung und bestätigt die erhöhte Jahresprognose, bietet dies ein solides Fundament gegen die anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten.
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