Bauwirtschaft, Absturz

Bauwirtschaft warnt vor Absturz auf unter 200.000 Neubauwohnungen

27.03.2026 - 00:39:19 | boerse-global.de

Die Bauwirtschaft warnt vor einem Verfehlen der 200.000-Wohnungen-Marke und fordert politische Maßnahmen gegen hohe Kosten und Zinsen, die den Markt lähmen.

Bauwirtschaft warnt vor Absturz auf unter 200.000 Neubauwohnungen - Foto: über boerse-global.de
Bauwirtschaft warnt vor Absturz auf unter 200.000 Neubauwohnungen - Foto: über boerse-global.de

Die deutsche Bauwirtschaft rechnet 2026 mit einem dramatischen Einbruch der Neubauzahlen. Auf dem gestrigen "Wohnungsbau-Tag" in Berlin forderten Verbände und Gewerkschaften eine sofortige politische Kurskorrektur. Sie sehen die rote Linie von 200.000 fertiggestellten Wohnungen in Gefahr – das wären nicht einmal halb so viele wie das Regierungsziel von 400.000 pro Jahr.

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Genehmigungen steigen, aber von extrem niedrigem Niveau

Zwar meldete das Statistische Bundesamt für Januar 2026 einen Anstieg der Baugenehmigungen um 8,4 Prozent. Im gesamten Vorjahr wurden 238.500 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 10,8 Prozent. Experten warnen jedoch: Diese Zahlen täuschen. Sie starten von einem extrem niedrigen Niveau und können den akuten Wohnraummangel nicht ausgleichen. Die aktuellen Fertigstellungen spiegeln zudem die schwachen Genehmigungszahlen der Vergangenheit wider – mit Verzögerung.

Kostendruck friert den Wohnungsmarkt ein

Die zentralen Bremsklötze sind bekannt: explodierende Baukosten und hohe Zinsen. Eine neue Studie des Kieler Bauforschungsinstituts ARGE und des Berliner RegioKontext beziffert die Neubaukosten in Großstädten auf rund 5.400 Euro pro Quadratmeter. Folge: Die Miete für eine solche Wohnung muss bei mindestens 18 Euro pro Quadratmeter liegen, um rentabel zu sein. Für viele Durchschnittsverdiener ist das unerschwinglich.

Die Konsequenz? Der Markt ist "eingefroren". Ein Umzug lohnt sich oft nicht mehr, selbst in eine kleinere Wohnung. Familien finden keine passenden Immobilien, Ältere bleiben in zu großen Häusern. Die Studie zeigt eine drastische soziale Schieflage: Fast 10 Millionen Menschen leben in überbelegten Wohnungen, jedes fünfte Kind wächst zu beengt auf.

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Verbände fordern Zinssubvention und vereinfachte Standards

Als Ausweg aus der Krise präsentiert das Verbändebündnis ein Vier-Punkte-Programm. Kern sind ein vereinfachter "Basis-Standard Wohnen" und mehr Rechtssicherheit für serielles Bauen. Die IG BAU geht weiter: Sie fordert ein staatliches KfW-Förderprogramm, das die Bauzinsen auf maximal ein Prozent drückt. Diese Subvention soll gezielt dem sozialen Wohnungsbau oder Wohnungen mit gedeckelter Miete zugutekommen.

Trotz einer leichten Aufhellung des Geschäftsklimas im Februar bleibt die Stimmung angespannt. Die Auftragsbücher füllen sich nur langsam. Die Branche ist sich einig: Ohne entschlossene politische Maßnahmen wird sich die Wohnraumkrise weiter verschärfen. Die nächsten Monate entscheiden, ob die Alarmrufe in Berlin Gehör finden.

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