Thyssenkrupp verhandelt mit Kretinskys EPH ĂŒber Stahl-Joint Venture
22.11.2023 - 07:05:14Gesprochen werde ĂŒber ein potenzielles Joint Venture mit Steel Europe, das EPH mit seiner Energieexpertise unterstĂŒtzen könne, berichtete Thyssenkrupp am Mittwoch in Essen. Die konkrete Ausgestaltung eines möglichen Gemeinschaftsunternehmens sei Gegenstand laufender Verhandlungen.
EPH gehört dem tschechischen MilliardĂ€r Daniel Kretinsky. Zu dem Konzern gehören in Ostdeutschland die Braunkohlekonzerne Mibrag und Leag, die kĂŒnftig verstĂ€rkt klimaneutral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen wollen.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp soll klimaneutral werden. Erster Schritt ist der Bau einer sogenannten Direktreduktionsanlage zur Stahlerzeugung in Duisburg, die einen Hochofen ersetzen soll. Sie soll zunĂ€chst mit Erdgas, spĂ€ter mit immer mehr klimaneutral erzeugtem Wasserstoff betrieben werden. Der Erfolg der CO2-neutralen Stahlproduktion sei im Wesentlichen abhĂ€ngig von der sicheren Versorgung mit groĂen Mengen grĂŒner Energie zu wettbewerbsfĂ€higen Preisen, berichtete das Unternehmen. "Aus diesem Grund steht Thyssenkrupp im Austausch mit möglichen strategischen Partnern aus dem Bereich der Energiewirtschaft."
"Wenn wir es richtig angehen, können wir die WettbewerbsfĂ€higkeit von Steel Europe erheblich verbessern und das GeschĂ€ft fĂŒr kĂŒnftige grĂŒne MĂ€rkte zukunftsfĂ€hig aufstellen", erklĂ€rte Personalvorstand Oliver Burkhard laut der Mitteilung. Die Mitbestimmung spiel bei dieser Transformation eine wichtige Rolle. "Sie ist in die GesprĂ€che zur VerselbststĂ€ndigung in bewĂ€hrter Weise eng eingebunden", betonte er. Die Gewerkschaft IG Metall hatte nach Bekanntwerden der GesprĂ€che mit dem EPH-Konzern Anfang Oktober vor einer "Hauruck-Aktion auf Kosten der BeschĂ€ftigten" gewarnt.

