Ăkostromtochter verschĂ€rft Baywa-Krise
03.02.2026 - 06:10:55Die GeschĂ€fte der Baywa r.e. laufen so schlecht, dass es möglicherweise zu "wesentlichen Abweichungen" von der GeschĂ€ftsplanung kommen könnte, erklĂ€rte die Muttergesellschaft Baywa AG am Montagabend in einer Pflichtmitteilung fĂŒr die Börse. Der Vorstand sei "weiterhin zuversichtlich, die Sanierung der BayWa AG erfolgreich umzusetzen".
Baywa-Vorstand spricht "vorsorglich" mit Kreditgebern und HauptaktionÀren
Konkrete Zahlen zur Lage der r.e. nannte die Baywa AG nicht, doch fĂŒrchtet der Vorstand, dass der bis Ende 2028 geplante Verkauf der Ăkostromtochter weniger Geld bringt als erhofft. Dies hĂ€tte demnach "Auswirkungen auf die im Sanierungskonzept der BayWa AG geplanten Gesamterlöse" aus dem Verkauf, wie es in der Mitteilung hieĂ. Die Auswirkungen könnten offenkundig betrĂ€chtlich sein: Der Baywa-Vorstand hat demnach vorsorglich GesprĂ€che mit den wesentlichen Finanzierungspartnern und HauptaktionĂ€ren aufgenommen, um die "RefinanzierungsfĂ€higkeit" der AG am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen.
Auch Trump spielt eine Rolle
Grund der negativen Entwicklung bei der r.e. sind demnach "erkennbare Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien" sowohl in den USA als auch in Europa. HauptgeschĂ€ft der Baywa r.e. sind Planung und Bau von Wind- und Solarparks. In den USA hatte PrĂ€sident Trump im vergangenen Juli sĂ€mtliche Steuervorteile fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien gestrichen, was auch die Baywa r.e. traf. In mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern sich der Zubau von Wind- und Sonnenenergie ebenfalls verlangsamt.
Direkte negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Baywa AG hat die unerfreuliche Situation bei der r.e. demnach nicht, weil letztere bis zum Verkauf ohnehin kein Geld an die AG abfĂŒhren sollte. Eine direkte Auswirkung ist allerdings, dass der Jahresabschluss der Baywa sich verzögern könnte.
VorstoĂ ins ĂkostromgeschĂ€ft bringt Verluste anstelle von Gewinnen
Der Baywa-Konzern ist seit 2024 in Schieflage, die Folge einer missglĂŒckten internationalen Expansion, in deren Verlauf das fĂŒr Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im SĂŒden und Osten Deutschlands wichtige MĂŒnchner Unternehmen Bankschulden von ĂŒber fĂŒnf Milliarden Euro angehĂ€uft hatte. Ein Pfeiler der gescheiterten Strategie war der VorstoĂ ins ĂkostromgeschĂ€ft, das eigentlich zusĂ€tzliche Erlöse bringen sollte und nun die Baywa schwer belastet. 2024 hatte der Konzern 1,6 Milliarden Euro Verlust geschrieben. Auch dabei spielte die Baywa r.e. eine betrĂ€chtliche Rolle, nicht zuletzt, weil die Baywa AG den Buchwert der Tochter in der Bilanz senken musste.
Die r.e. ist keine hundertprozentige Tochter, sondern ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Investor EIP. Die Baywa hĂ€lt 51 Prozent der Anteile. Eigentlich wollte der Vorstand diesen Anteil bereits im FrĂŒhjahr 2025 auf 35 Prozent reduzieren, der geplante Verkauf an EIP scheiterte jedoch.

