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RegulÀrer Fahrplan nach Streik-Ende bei der Bahn wieder angelaufen

29.01.2024 - 11:09:01

BERLIN - Der Bahn-Fernverkehr in Deutschland lĂ€uft nach dem vorzeitigen Ende des Streiks der Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) wieder weitgehend nach dem gewohnten Fahrplan.

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Bahn-Fernverkehr in Deutschland lĂ€uft nach dem vorzeitigen Ende des Streiks der Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) wieder weitgehend nach dem gewohnten Fahrplan. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr mussten sich FahrgĂ€sten den ganzen Montag ĂŒber hingegen noch auf EinschrĂ€nkungen unterschiedlichen Ausmaßes einstellen, sagte eine Bahnsprecherin am Montagmorgen. "Bereits gekaufte Tickets sind auch zu einem spĂ€teren Zeitpunkt noch gĂŒltig", hieß es.

Eigentlich sollte der Ausstand noch bis Montagabend andauern. Bahn und GDL hatten am Wochenende aber ĂŒberraschend weitere Verhandlungen und das vorzeitige Ende des Arbeitskampfes angekĂŒndigt.

FĂŒr FahrgĂ€ste bedeutet das fĂŒr die nĂ€chsten Wochen zumindest ein vorlĂ€ufiges Ende der streikbedingten Ungewissheit auf der Schiene. Bis einschließlich 3. MĂ€rz soll es keine weiteren ArbeitskĂ€mpfe der GDL geben.

Am 5. Februar wollen beide Seiten wieder zu GesprĂ€chen zusammenkommen. Die GDL hatte die Verhandlungen Ende November nach der zweiten GesprĂ€chsrunde fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Mit jeweils zwei Warnstreiks und zwei Streiks legte sie seither insgesamt vier Mal den Fern-, Regional- und GĂŒterverkehr in weiten Teilen lahm.

Bei den anstehenden Verhandlungen soll unter anderem ĂŒber Modelle zur ArbeitszeitverkĂŒrzung gesprochen werden. Die Bahn hat sich zudem bereiterklĂ€rt, ĂŒber eine Entgelterhöhung per Festbetrag zu reden. Bisher hatte sich der bundeseigene Konzern stets fĂŒr prozentuale Erhöhungen ausgesprochen. FestbetrĂ€ge helfen in der Regel vor allem den unteren Einkommensgruppen und werden daher von Gewerkschaften oft bevorzugt ausgehandelt.

Die GDL fordert unter anderem 555 Euro mehr pro Monat sowie eine InflationsausgleichsprÀmie bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bereits fest vereinbart wurde die Zahlung von 1500 Euro steuer- und abgabenfreie InflationsausgleichsprÀmie im MÀrz.

Das aktuelle Angebot der Bahn sieht 4,8 Prozent mehr Geld fĂŒr die BeschĂ€ftigten ab August und weitere 5 Prozent mehr ab April 2025 vor. Ab Januar 2026 können LokfĂŒhrer und Zugbegleiter diesem Angebot zufolge dann zwischen einer weiteren Entgelterhöhung um 2,7 Prozent oder einer Stunde weniger Arbeit pro Woche entscheiden.

Als Knackpunkt der Verhandlungen gilt allerdings die Forderung der Gewerkschaft nach einer Absenkung der Arbeitszeit fĂŒr Schichtarbeiter von derzeit 38 auf 35 Wochenstunden bei gleichbleibenden Löhnen und GehĂ€ltern. Die Bahn hatte bisher lediglich ein Wahlmodell ins Spiel gebracht, das eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde ohne finanzielle Einbußen vorsah. Wer sich dagegen entscheidet, soll 2,7 Prozent mehr Geld bekommen.

@ dpa.de