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Klimaaktivisten auf Airports: Störungen im Flugbetrieb

15.08.2024 - 09:12:50

BERLIN/STUTTGART - Die Klima-Initiative Letzte Generation hat an mehreren deutschen FlughÀfen Protestaktionen gestartet und damit auch zeitweise den Flugbetrieb gestört.

(Neu: Flugbetrieb Köln/Bonn, Einzelheiten)

BERLIN/STUTTGART (dpa-AFX) - Die Klima-Initiative Letzte Generation hat an mehreren deutschen FlughĂ€fen Protestaktionen gestartet und damit auch zeitweise den Flugbetrieb gestört. Je zwei Aktivisten drangen Angaben der Organisation zufolge in orangen Warnwesten auf die FlughĂ€fen Berlin-Brandenburg, Stuttgart, NĂŒrnberg und Köln-Bonn ein. dpa-Fotografen vor Ort bestĂ€tigten die VorgĂ€nge.

Am Flughafen Köln/Bonn musste der Flugbetrieb infolge der Protestaktion nach Polizeiangaben zeitweise eingestellt werden. Auch nach der Wiederaufnahme könne es noch zu Verzögerungen kommen, teilte der Flughafen mit. Die Aktivisten hatten sich demnach Zutritt zum luftseitigen Bereich des FlughafengelÀndes verschafft. In einem Zaun des GelÀndes sei ein Loch entdeckt worden.

Auch in NĂŒrnberg wurde der Flugbetrieb nach Angaben eines Polizeisprechers fĂŒr etwa eine Stunde eingestellt. Zwei Klimaaktivistinnen waren nach Angaben der Polizei am frĂŒhen Morgen auf das Rollfeld des Flughafens vorgedrungen. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einem Loch im Zaun im sĂŒdlichen Bereich der Rollbahn. In dessen NĂ€he lĂ€gen zwei Bolzenschneider.

Am Flughafen Berlin klebten sich nach Angaben der Brandenburger Landespolizei zwei Menschen im Alter von 21 und 22 Jahren auf dem GelĂ€nde fest. Sie seien kurz darauf losgelöst und in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen SachbeschĂ€digung am Zaun, Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz. Beide sind der Polizei demnach "durch gleichgelagerte Delikte" bekannt. Angaben zum Geschlecht der Aktivisten machte die Polizei nicht.

Forderung nach völligem Verzicht auf Kohle, Öl und Gas

Die Letzte Generation erklĂ€rte laut Mitteilung, die Aktivisten drĂŒckten "friedlich ihren Widerstand aus, indem sie Banner mit der Aufschrift "Oil kills" (Öl tötet) und "Sign the treaty" (den Vertrag unterschreiben) zur Schau stellten". "Die Start- und Landebahnen wurden dabei nicht betreten."

Die Letzte Generation fordert radikalen Klimaschutz, darunter den völligen Verzicht auf Kohle, Öl und Gas. Sie fordern den Abschluss eines dahingehenden internationalen Vertrags. Seit Anfang 2022 organisierte die Gruppe Straßenblockaden, bei denen sich die Teilnehmer festklebten. Zwischenzeitlich hatte sie aber angekĂŒndigt, ihre Strategie zu Ă€ndern und kĂŒnftig auf Festkleben zu verzichten. Die Klimaaktivisten haben zuletzt auch schon mehrfach Störaktionen auf FlughĂ€fen durchgefĂŒhrt, Ende Juli etwa auch an Deutschlands grĂ¶ĂŸtem Airport in Frankfurt.

HĂ€rtere Gesetze sollen abschrecken

Die Bundesregierung will mit einer VerschĂ€rfung des Luftsicherheitsgesetzes radikale KlimaschĂŒtzer und andere Störer von gefĂ€hrlichen Aktionen auf FlughĂ€fen abhalten. Kern der geplanten Reform, ĂŒber die dann noch der Bundestag entscheiden muss, ist die Schaffung einer neuen Vorschrift, die das "vorsĂ€tzliche, unberechtigte Eindringen" unter anderem auf das Rollfeld sowie die Start- und Landebahnen unter Strafe stellt - und zwar dann, wenn dadurch die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs beeintrĂ€chtigt wird.

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